Coach, Beraterin, Mutter, Frau: Stephanie Hamann im Gespräch

Wenn ich eine Verschnaufpause brauche, dann bringt der Mäusepapa auch mal alle drei Mäuse alleine ins Bett. Wann es mal wieder soweit ist, kann der Mäusepapa inzwischen schon aus meinem Gesicht ablesen. Nachmittags holt meine Mama den Mäuserich und die Minimaus gerne aus der KiTa ab und liefert sie nach einem Abstecher zum Spielplatz wohlbehalten direkt zu uns nach Hause. Die Maus schafft den Heimweg aus der Schule schon allein. Das alles bringt mir eine halbe Stunde mehr für mein Lieblingsbuch und einen Kaffee in der Sonne auf dem Balkon. Alleine. Yeah…
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Promovieren mit Kind? Das Fazit zu einem Herzensprojekt!

Mehr als 2 Jahre sind seit dem Abschluss meiner Promotion nun schon vergangen. Das besondere daran? Ich habe erst Jahre nach dem Studium und mitten in der Familienplanung nebenberuflich promoviert. Inzwischen hat sich unser Alltag irgendwo zwischen Beruf, Familie und dem Und sonst so? eingependelt. Es ist Zeit ein Fazit zu ziehen.

Würde ich es nochmal so machen? Passte das alles unter einen Hut ? „Promovieren mit Kind? Das Fazit zu einem Herzensprojekt!“ weiterlesen

Happy New Year und Schildkröten mit Suppe

Das neue Jahr hat sich mir nun also doch noch aufgedrängt. Es ist da.

Ich bin innerlich noch gar nicht so weit und ohnehin der Meinung, dass es noch eine Weile hätte weg bleiben können. Kann nicht einmal alles so blieben wie es ist? Muss es da immer dieses Vorwärtstreiben geben?

Jemand hat mal so treffend formuliert, er warte darauf, anzukommen. In seinem Leben, in sich, in der Ruhe. Dieses Gefühl hätte ich auch gerne einmal. Ankommen, bleiben, da sein, nichts müssen.

Aber leider ist ja immer was.

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Ich bin ein Coachee oder Was am Ende auf dem Flipchart steht

Mein Coach ist prima. Sie hat beruflich eher mit Managementfragen und Personalentwicklung zu tun und coacht „nur“ nebenberuflich Mütter. Ihre Professionalität kommt mir allerdings entgegen, denn wir arbeiten mit Dingen wie
Flipcharts und Fragebögen zu Motivation und Antreibern, wir entwerfen Zeitpläne zu meinem Alltag als berufstätige Mutter und malen Zukunftsvisionen mit Edding auf A3 – Bögen. Das Strukturierte daran mag ich.

Was bisher dabei herausgekommen ist?

Ich weiß es nicht genau.

Okay, es wird mir schon einmal gut tun, alle drei bis vier Wochen für 1,5 Stunden eine Plattform zu haben, bei der es nur um mich und meine Befindlichkeiten geht. Ich bekomme Zeit, um mich zu sortieren. Ich habe zudem festgestellt, dass es manchmal nur darum geht, sich der Abläufe im Alltag bewusst zu werden und an einigen Stellen die Aufgabenteilung auch anzunehmen. Seit meinem ersten Coaching-Termin kümmere ich mich beispielsweise nicht mehr um die Küche und um die Dinge, die mein Mann in unserem Haushalt übernommen hat. Und das tut mir gut. Ich habe dadurch nicht mehr das Gefühl, an alles denken zu müssen und kann jetzt eine unaufgeräumte Küche komplett ignorieren. Irgendwann im Laufe des Abends oder des nächsten Morgens ist die Küche wieder schön. Das weiß ich jetzt.

Ich bin inzwischen auch so weit, das Spielzimmer nicht mehr jeden Tag aufzuräumen. Wenn mich das Durcheinander nervt, schließe ich die Tür. Und wir nehmen uns am Wochenende regelmäßig für 2-3 Stunden gegenseitig die Kinder ab. Und zwar nicht nur dann, wenn etwas so wichtiges zu erledigen ist wie Regal anbauen oder Keller aufräumen sondern auch fürs Shoppen, Lesen oder Nichtsstun.

Das sind Kleinigkeiten, aber es stimmt:
Oft geht es „nur“ um die eigene Einstellung und die gegenseitige Erwartungshaltung.

Und…

…mein Coach hat aus mir herausgekitzelt, dass es da ein Thema gibt, das mich mehr beschäftigt als ich annahm.

Ein 4. Kind.

Ich war in dem Glauben, da sei ein klares NEIN in mir. Und so ist es auch.

Dennoch hat mich dieses NEIN beschäftigt.

Vor allem hat mich beschäftigt, wie ich es dem Mäusepapa sagen soll.

Und deshalb haben wir das Thema beim Coaching quasi eingeschoben – zwischen die Themen Zukunftsvision, unbewusste Antreiber und persönliche Zeitfenster – und gedankliche pro und contra-Listen geschrieben. Sie hat mir kluge Fragen dazu gestellt und wir haben verschiedene Optionen durchgesprochen: Was wäre mit einem größeren Altersabstand zwischen dem dritten und vierten Kind? (Geht nicht, weil ich schon 41 bin.) Würde ich mit vier Kindern grundsätzlich weniger arbeiten wollen? (JA) Habe ich den Traum von einem Haus im Grünen? (NEIN) Übernimmt der Mäusepapa dieses Mal die Elternzeit? (Das würde er sogar machen.) Was würden wir verpassen, wenn es kein viertes Kind gebe? Was würden wir nicht verpassen, wenn es kein viertes Kind gebe?…

Mehr Zeit für mich habe ich durch das ALLES immer noch nicht.
Aber es geht mir besser. Und das ist doch schon mal etwas.

Im nächsten Termin wird es wieder um meine Fernziele gehen.
Wie soll mein Alltag im Jahr –Ähm mhm, sagen wir – 2019 aussehen?
Und welche Hürden und Stationen gibt es auf dem Weg dorthin?

Ich bin schon einmal gespannt, was am Ende auf dem Flipchart steht.

 

Slow und Flow

Golden sunset and dandelion, meditative zen background

Ich bin im Jahr 2016 angekommen. Das schrieb ich ja gestern schon. Zum Jahreswechsel setzen bei mir automatisch Tendenzen zu Rückblicken, Vorblicken und Einblicken ein. Genauso wie übrigens an Geburtstagen, Hochzeitstagen und besinnlichen Schlechtwettertagen. Da kommen mir regelmäßig die übergeordneten Fragen in den Sinn. Was will ich, kann ich, soll ich in diesem Monat, in diesem Jahr, in diesem Leben noch so erreichen?

Wer mich ein wenig besser kennt weiß, dass ich irgendwie immer ein Projekt benötige; ein Vorhaben, das mich ausfüllt; ein Plan, der mich mit Sinn erfüllt. Irgendetwas muss es doch neben den routiniert abzuarbeitenden und viel zu oft auch fremdbestimmten Alltagsaufgaben geben, sonst fühle ich mich schnell leer oder unterfordert und werde launisch, mache dann meine Arbeit schlechter und bin auch ansonsten keine leichte Kost mehr.

Dumm nur, dass mir für die ganz großen Pläne gerade die Zeit, die Energie und auch der Kopf fehlen. Ich langweile mich zwar streckenweise beim Türmchen bauen oder Windeln wechseln und auch mit meinem aktuellen Job habe ich mir nicht die wirklichen Herausforderungen geschaffen. Aber irgendwie habe ich mir das auch so ausgesucht und es kostet eben meine Zeit.

Ist das Leben nicht ohnehin das, was passiert, während man dabei ist andere Pläne zu schmieden? Also besser alles auf sich zukommen lassen? Allerdings liegt das Glück auch in der Selbstbestimmung und mich hat es mal eine Zeit lang sehr glücklich gemacht, ein bestimmtes Ziel zu verfolgen.

Deshalb sollte ich doch besser ganz schnell mal etwas vorhaben? Schreibe ich ein Buch, wechsele ich den Job, reise ich nach Thailand oder lerne ich Salsatanzen? Ach, Mensch… Wenn ich könnte, wie ich wollte …. aber was will ich denn? Meine Zeit wird aufgefressen von den ganz normalen Alltagssachen. Mir bleibt kaum Zeit für mich, geschweige denn für andere Dinge und mein Energielevel ist eher im unteren Bereich. Die ganz großartigen Ideen habe ich deshalb nicht wirklich. Da reicht es neben der Arbeit und dem Nachmittagsprogramm gerade noch zum Tee kochen, zum Emails beantworten und immerhin noch dafür, mich mit den Fragen meines Lebens rein theoretisch zu beschäftigen.

Es bleibt mir die Frage: Das ist es jetzt also? Ist das mein Kompromiss an ein Familienleben mit 3 Kindern?

Dieser Gedanke überfordert mich jetzt…deshalb flüchte ich mich abends ganz schnell neben die Minimaus ins Bett und lese oder sehe einen Film. Irgendwie finde ich das dann doch sehr, sehr gemütlich und kuschele mich an die Minimaus, höre sie leicht schnarchen und freue mich, dass wir beide so da liegen während nebenan bei Maus und Mäuserich ebenfalls Ruhe eingekehrt ist. Das sind die Momente in denen ich denke, was will ich eigentlich mehr, warum immer so unzufrieden, so gehetzt und so fixiert aufs Pläne entwerfen, wenn doch drum herum alles so prima ist?  Mein Arbeitsumfeld ist zwar etwas langweilig, aber hey, es ist wirklich nett und vor allem familienkompatibel, meine Kinder sind gerade sehr zufrieden mit ihrem Alltag und auch der Mäusepapa will dieses Jahr bewusst weniger arbeiten…und gibt es nicht auch wichtigere zwischenmenschliche Dinge in unserem familiären Umfeld?  Vor allem jedoch ist das eine Momentaufnahme. Die Dinge ändern sich schneller wieder als ich es jetzt erahnen kann.

Daher sollte ich das Jahr 2016 doch am Besten eine Weile einfach mal fließen lassen und abwarten, was es uns so bringt. So ganz nach dem Motto: „Slow im Flow, oder so ähnlich.“