Kindergeburtstag unter dem Meer

Meerjungfrauen oder Aquarium oder nein, warte, ich will eine Unterwasserparty. Das war es, was die Maus antwortete als wir uns zusammensetzten und die Party für ihren 9. Geburtstag planten. Es hatte alles etwas mit dem Meer zu tun „Kindergeburtstag unter dem Meer“ weiterlesen

Der Mäuserich ist schon/erst 5

 

Birthday candles on colorful background

Wir haben gerade einen 5. Geburtstag gefeiert.
Der Mäuserich ist jetzt 5. Er ist groß und wird immer größer.

Die Kita hat uns vorgestern ihren Einschätzungsbogen für die 4,5 jährigen-Gespräche in der Schule vorgestellt. Der Mäuserich macht seine Sache gut. Er ist ein aufgewecktes, interessiertes und kluges Kerlchen. Wir müssen jetzt darüber nachdenken, ob er vielleicht schon im kommenden Schuljahr 2017/2018 in der Vorschule oder gar vorzeitig in der Schule besser aufgehoben wäre als in der Kita. Die würde er ansonsten noch ein Jahr länger besuchen bis er beinahe 7 ist. Weil er ein „Kann-Kind“ ist.

Er ist schon jetzt am Schreiben und Rechnen interessiert, er mag Experimente und Forschungsausflüge, er kann sich gut auf eine Sache konzentrieren , weiß, was er will und macht Angefangenes zu Ende. Er drückt sich gut aus und sagt Bescheid, wenn er eine Pause braucht. Er rechnet freiwillig die ersten „Hausaufgaben“ und liest die ersten Worte allein. Er beschützt seine kleine Schwester vor anderen, ist sehr sportlich und in vielem schon ganz selbständig. Das sehen wir zu Hause und das sagt  auch die Kita.

Das freut mich natürlich und ich staune, denn…

…er ist plötzlich sooo groß.

Seine Hosen werden zu Hochwasserhosen, seine Arme reichen an den ersten Ast des Baumes im Hof, die Rutsche ist plötzlich niedriger als noch vor einem halben Jahr und die Sandkiste überspringt er in drei Sätzen.

Und dann ist er wiederum noch klein. Er ist mein kleiner Junge, der das Schwimmenlernen in einer Gruppe blöd findet, der lieber mit Mama und Oma und seiner großen Schwester ins Schwimmbad geht, der ganz oft noch selbst beschützt werden muss, der mir morgens zum Abschied einen Kuss  und einen festen Drücker gibt -immer- und der nachts zu mir ins Bett kriecht, wenn er schlecht geträumt hat. Er erzählt mit mir viel und gerne, vor allem aber kuschelt er dabei ausgiebig.

Und überhaupt, ist er nicht gerade erst noch durch die Wohnung gekrabbelt und isst seit kurzem erst seinen Brei? Und haben wir nicht gestern erst überlegt, wann er zu seiner großen Schwester in die Kita kommt? War er nicht eben noch in meinem kugelrunden Bauch?

Das Foto von meinem Babybauch ist von der Fotografin Malin Mauritsen.

 

Ich kann es nicht glauben. Er ist…

…schon FÜNF! Oh Mann.

Da dachte ich, ich hätte noch viel Zeit für all die Überlegungen zum vorzeitigen Schulbeginn und nun ist es schon soweit. Die Termine für die Schulgespräche stehen vor der Tür. Die Vorschule ist nett, keine Frage. Ich kenne genügend Kinder, die dorthin gewechselt sind und sich dort offensichtlich wohl fühlen. Und der Mäuserich kennt auch die Grundschule schon, in die er dann käme. Die ist auch nett.

Aber unsere Entscheidung steht offen gestanden schon lange fest.

Er bleibt, wo er ist. In der Kita. 

Deren Vorzüge darf er noch eine Weile genießen. Er wird dort individuell betreut und wenn er Spaß am Rechnen, Lesen und Forschen hat, wird er darin unterstützt. Er wird demnächst auch eines der ältesten Kinder dort sein und kann dann die Ausflüge und Projekte für Große mitmachen. Dadurch wird er jede Menge Spaß haben, Selbstbewusstsein tanken und sich in seinem eigenen Tempo weiter entwickeln. Denn gleichzeitig darf er noch klein sein. Er darf spielen und toben oder sich verkriechen, wenn ihm der Sinn danach steht. Er muss nicht zwingend zu einem bestimmten Zeitpunkt morgens ankommen, muss sich noch nicht an einen „verschulten“ Tagesablauf gewöhnen und kann sich auch noch viele „Pausentage“ von uns wünschen. Und wie sagte eine der anderen Mütter neulich so treffend zu mir?

Langeweile in der Kita ist nicht das schlimmste. Schlimmer wäre ein verfrühter Schulstart, der nicht rückgängig zu machen ist.

So sehe ich es auch. Alles andere kommt dann, wenn es soweit ist…

…und keinen Tag früher. Denn…

…er ist doch erst FÜNF!

 

 

 

Der 6. Mausgeburtstag

Geburtstag

Unsere Maus wird ein Schulkind. Die Vorboten dieses viel zu schnell auf uns zueilenden Ereignisses sind 4 Wackelzähne, jede Menge Vorschul- und Rätselhefte im Bücherschrank und der 6. Geburtstag. Der wurde ein ganzes Wochenende lang gefeiert.

Eine Ritterparty sollte es sein und die Uroma musste auch kommen. Mich stellen solche Wünsche vor eine nahezu unlösbare Aufgabe, denn ich will sie meiner Maus natürlich erfüllen, bin aber eher fantasielos, was diese Dinge angeht und vor allem mangelt es mir enorm an Zeit und Muße für die Vorbereitungen. Die Schwangerschaft ist auch nicht gerade förderlich, was Geduld und Energie anbelangt und ich hasse es, zu kochen. Wobei für mich das Kochen schon damit beginnt, dass ich den Herd einschalten muss. Immerhin habe ich als erste Maßnahmen schon Wochen vorher mit den Überlegungen und Online-Bestellungen gestartet. Mein Mann war da leider keine große Hilfe, weil beruflich sehr eingespannt und an diesen Themen auch nicht sooooo interessiert. Wenn ich keine Zeit finde die Partyausstattung einzukaufen (selbst basteln scheidet für mich immer dann aus, wenn es „im Akkord“ geschehen muss), dann muss sie eben zu mir kommen. Auch wenn mein Mann die Päckchenflut, die dann aufgrund zu vieler Einzellieferungen für wenige Bestellungen bei uns eintraf, irgendwann nur noch lästig fand. Was sein muss, muss sein! Geschenke sollte es auch noch geben, also noch ein Päckchen von der Oma, noch ein Päckchen von der anderen Oma, ein Päckchen von der Tante und ein Paket mit den elterlichen Geschenken. Das machte einen Riesenkartonstapel in der Küche und meinen Mann verzweifelt.

Die Einladungen waren dann jedoch bald verteilt (das ist in der Kita noch so herrlich einfach) und auch die Uroma hat eine Rittereinladung bekommen.

Mein Mann wurde mit der Einkaufsliste für den Supermarkt betraut und meine Schwester zur Hilfe gerufen. Einen Abend vor der Kinderparty haben wir dann alles vorbereitet. Es gab eine Kinderversion vom Nudelsalat mit Pesto Rosso, Rucola, Oliven und Parmesan. Das bedeutete alles weglassen außer Pesto Rosso. Zusätzlich Kartoffelsalat (der gar nicht gegessen wurde) mit Würstchen (die alle gegessen wurden), jede Menge Gemüsesticks mit Kräuterquark (die überraschend gern gegessen wurden), Muffins auf Wunsch meiner Maus und eine Marmorkuchen mit Smarties darauf. Dann noch Apfelsaft und Wasser und fertig.

Kinderparties sind für mich stimmungsmäßig immer sehr durchwachsen. Es gibt immer jemanden, der viel weint; jemanden, der letztlich nicht alleine da bleiben will; jemanden, der vor Aufregung überdreht oder jemanden, der sich lieber in eine Ecke setzt und nur zuschaut. Ich musste mich auch dieses Mal von dem inneren Wunsch verabschieden, dass die Stimmung durchweg fröhlich bleibt und so manche Tränen trocknen. Zwischendurch musste ich damit leben, dass der Geburtstag für blöd befunden wurde (meine Maus) und einige der Gäste ihre nicht ausgesprochenen Einladungen zu ihren zukünftigen Geburtstagen schon wieder rückgängig machten. Meine angebotenen Bastelthemen (Ritterschwert bemalen und bekleben, ein Ritterwappen zum Umhängen gestalten) wurden zwar registriert, waren aber nach gefühlten drei Sekunden uninteressant.

Ich glaube am Ende waren aber doch alle ganz zufrieden und wollten sich schon am nächsten Tag wieder zum Spielen verabreden.

Eine kleine und eine große Katastrophe gab es dann jedoch noch bei der Schatzsuche. Mein vorbereitungs- und mütterfreundliches Konzept sah vor, dass der Drache den Schatz versteckt hatte und alle Kinder Aufgaben lösen mussten, um ihn zurück zu bekommen. Leider ist es -für mich überraschend- bei den 6jährigen keine richtige Schatzsuche, wenn nicht auch ausgiebig gesucht werden muss. Nur mein Mäuserich fand es mit seinen 2,5 Jahren vollkommen ausreichend, bei den Aufgaben der Großen dabei zu sein und den Schatz in die Hand zu bekommen. Die 6jährigen fanden eine Schatzsuche ohne Suchen „blöd.“ Also, ich lerne stetig dazu. Das weit größere Desaster war allerdings, dass der Drache ein Schatzsäckchen unauffindbar versteckt/gefressen hatte.

Ich hatte mich bei den Vorbereitungen um ein Kind verzählt und so bekam das Geburtstagskind – für mich selbst unverzeihlich- keinen Schatz. Alle Beteuerungen, dass es später zu Hause dann noch einen Schatz für sie gäbe, haben in dem Moment natürlich nichts bewirkt. Es musste erst einmal ausgiebig getröstet und beruhigt werden. Zum Glück gab es dann bald auch wieder Wichtigeres, wie Rittergeschichten vorlesen, „Stopp-Tanz“ und „Feuer-Wasser-Eis“-Spielen. Mit zwei blauen Flecken, einem Wutausbruch aber auch fröhlichem Geplapper endete dann unser Fest.

Am nächsten Tag wurde es dann wesentlich ruhiger, denn da kamen die Uroma und die Tante nebst einem Spielbesuch zum Sonntagskaffee.
Die Kekstorte, die jeden Geburtstag meiner Kindheit versüßte, hatte ich schon am Freitag vorbereitet und so konnten wir den Tag entspannt genießen.

Das wäre erst einmal wieder geschafft. Bis zum nächsten Jahr.

Der Mäuserich hat da zum Glück noch keine konkreten Wünsche an seine Geburtstagsfeier. Es wird in diesem Jahr auch erst der 3.
Juchhu.