Coach, Beraterin, Mutter, Frau: Stephanie Hamann im Gespräch

Wenn ich eine Verschnaufpause brauche, dann bringt der Mäusepapa auch mal alle drei Mäuse alleine ins Bett. Wann es mal wieder soweit ist, kann der Mäusepapa inzwischen schon aus meinem Gesicht ablesen. Nachmittags holt meine Mama den Mäuserich und die Minimaus gerne aus der KiTa ab und liefert sie nach einem Abstecher zum Spielplatz wohlbehalten direkt zu uns nach Hause. Die Maus schafft den Heimweg aus der Schule schon allein. Das alles bringt mir eine halbe Stunde mehr für mein Lieblingsbuch und einen Kaffee in der Sonne auf dem Balkon. Alleine. Yeah…
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Vereinbarkeit ist mehr als Teilzeit und KiTa-Platz

Laura von heuteistmusik.de ruft zur Blogparade mit dem Thema Vereinbarkeit auf. Und weil Vereinbarkeit im Hinblick auf meinen Beruf und drei Kinder natürlich auch bei mir ein großes Thema ist, schreibe ich heute mal darüber. Allerdings, und das muss ich schon einmal vorweg nehmen, habe ich gerade einen sehr lädierten Blick darauf.

Wo soll ich anfangen?

Mein Arbeitgeber ist einer von den Arbeitgebern, bei denen Familienfreundlichkeit nicht nur ins Personalportal geschrieben sondern tatsächlich gelebt wird. Deshalb habe ich schon viele Arbeitszeitmodelle ausprobiert: Ich habe mit einem Kind 50%, 75% und Vollzeit gearbeitet. Ich habe mit zwei Kindern 89% und Vollzeit gearbeitet, ich habe auch mal eine 4-Tage-Woche gehabt und ab dem dritten Kind meine 37 Stunden-Woche mit einem Homeoffice-Tag kombiniert. Immer unterbrochen von jeweils einem Jahr Elternzeit und mit der Garantie auf meinen Arbeitsplatz zurückzukehren. Was soll ich sagen? Das ist der öffentliche Dienst! In den bin ich nach der Geburt des ersten Kindes durch einige glückliche Zufälle hinein geraten. Meine Vereinbarkeitsgeschichte ist also keineswegs eine Geschichte mit familienunfreundlichen Arbeitgebern oder fragwürdigen beruflichen Versprechungen.

Aber – und irgendetwas ist ja immer – meine Vereinbarkeitsgeschichte ist ein Märchen über gesellschaftliche und persönliche Erwartungen an mich als Mutter.

Für mich ist es im Moment die größte Herausforderung zu erkennen, welche Mama ich sein will und sein kann. Ich suche immer noch meinen Weg zwischen Vollblutmüttern, Müttern mit einem maximal 20 Wochenstunden-Job, freiberuflich arbeitenden Müttern und Müttern, die eine Karriere im klassischen Sinne meistern. Ich bin nichts von alledem. Ich liege irgendwo dazwischen. Ich bin die Mama, die eher zufällig als geplant im öffentlichen Dienst arbeitet; die nebenberuflich zwar promoviert aber keine leitende Position angestrebt hat; die Zeit mit ihren Kindern verbringen will, aber das bitte nicht den ganzen Tag oder jedenfalls mit ausreichend Pausen; die sich hin und wieder noch selbst spüren muss; die zwar an eine gleichberechtigte Aufgabenteilung mit dem Ehemann glaubt, aber sich trotzdem für alles verantwortlich fühlt; die ein schlechtes Gewissen bekommt, wenn sie eine Stunde länger arbeitet oder gar einfach mal nach dem Bürotag spazieren geht, anstatt die Mäuse so schnell wie möglich aus der Kita abzuholen; die weiß, welche Termine die Kinder haben; die aber auch daran verzweifelt, wie wenig eigene Zeit bleibt. Ich könnte ewig so weiter schreiben.

Der schlimmste Satz, den man mir einmal gesagt hat war.: „Wozu habe ich Kinder, wenn ich sie gleich wieder abgebe.“ Der zweitschlimmste Satz war: „Unser Alltag ist ihre Kindheit“. Solche Phrasen setzen mich unter Druck. Im Grunde sind sie nutzlos und sagen gar nichts darüber aus, wie ich unser Familienleben gestalten und unseren Alltag austarieren kann, damit es uns allen gut geht. Trotzdem lassen sie mich nicht kalt.

Oh ja, auch für mich war es überraschend, dass ich erst jetzt nach 9 Jahren Muttersein dahinter komme, dass ich mich, meinen Beruf und meine Familie im Alltag nur vereinbaren kann, wenn ich den Einfluss von gesellschaftlichen Prägungen, unbewussten Glaubenssätzen, vorurteilsbehafteten Floskeln wie „So ist das eben als Mutter, das hast Du Dir so ausgesucht.“ und dem allgemeinen Tenor, dass Mütter gerne auf alles mögliche verzichten, hinter mir lasse. Und das ich genau das nicht tue.

Kurz gesagt: Meine Vereinbarkeit ist ein Gefühl.

Und dieses Gefühl hängt ganz eng am „psychologischen Betriebssystem“ (wie es so schön im Dossier der neuen Brigitte heißt, Nr. 10/2017) und das wiederum hängt ganz nah an den Geschlechterrollen, die wir tagtäglich -ja, immer noch – vermittelt bekommen. Und in dem Punkt befinden wir uns derzeit ganz klar in einem eher konservativen Aufwind. Das erlebe ich in meinem persönlichen Umfeld und das sagt auch die Wissenschaft (vgl. Report der Hans Böckler Stiftung). Willkommen zurück in den 50ern.

Dabei fing das mit dem Muttersein ganz vielversprechend an. Meine eigene Mutter war immerhin in Vollzeit berufstätig. Das klingt jedoch moderner als es war. Das damit verbundene Zähne zusammenbeißen und durchhalten ist nämlich auch nicht gerade erstrebenswert. Deshalb kann ich mich nicht so ganz davor verschließen, dass meine Vereinbarkeitsbemühungen letztlich in meinem unmittelbaren Umfeld enden, und zwar mit all den Anforderungen, die nicht zu meiner Berufstätigkeit passen und die mich mit drei Kindern stark ins Häusliche verschieben. Und weil ich weder das eine noch das andere bin (keine Mutter, die zu Hause sein will und keine Mutter, die ihren Beruf in den Mittelpunkt stellt), muss ich einen Weg irgendwo dazwischen finden.

Und den gibt es gerade nicht für mich: Ich kann nicht reduziert arbeiten, ohne als Teilzeit-Mama – wenn auch wohlwollend-  stigmatisiert zu sein; ich kann nicht die Kinderbetreuung zu meinem Lebensinhalt machen, ohne im Alter verarmt zu sein; ich kann nicht in Vollzeit arbeiten, ohne meine Kinder zu vermissen oder meine Kraft zu verlieren; ich kann nur schwer ignorieren, dass das Muttersein immer noch als die natürlichste meiner Aufgaben angesehen wird. Und als sei das nicht genug, ist da natürlich mein dauerhaft schlechtes Gewissen – irgendwie allem gegenüber, was ich nicht schaffe-  und die Tatsache, dass ich im Moment ratlos bin. Letztlich bin ich auch nur ein Mensch mit einem 24 – Stunden-Tag und einem begrenzten Energiehaushalt.

Und dem Mäusepapa geht es genauso. Wir sind zusammen müde. Und obwohl das  mit dem Kinderhaben ein verdammt schönes Abenteuer ist und ich natürlich einen Weg für mich finden werde, so hat sich doch eines inzwischen geändert: Wenn ich vor ein paar Jahren oder Monaten noch fröhlich, optimistisch daran geglaubt habe, dass Vereinbarkeit funktioniert, so bin ich genau jetzt in meiner persönlichen Vereinbarkeits-Sackgasse angekommen.

Teilzeitarbeit (egal ob vollzeitnah, ob 75 % oder „nur“ 50 %) , KiTa-Betreuung, Schulhort und eine egalitäre Aufgabenteilung zu Hause helfen mir einfach nicht darüber hinweg, dass die Ansprüche an Eltern (und Kinder) gewachsen sind, dass ich persönlich etwas anderes von mir erwartet habe als eingetreten ist und dass die Ideologie in Deutschland Mütter ganz klar bei ihren Kindern sieht. Da passt was nicht zusammen und ich kann das Puzzle gerade nicht legen. Vielleicht ist es auch eine Mom-Life-Crisis, wie es Nina alias Frau Mutter in ihrem Blog so treffend benennt. Nur leider führt mich meine Krise nicht dahin zu sagen, so ist es eben, ich gehöre jetzt zu denen, die sich über kindgerechte Kochrezepte und Sonderangebote in Drogerien austauschen. Das tue ich nämlich immer noch nicht. Aber ich habe mich weiter entwickelt, da hat Frau Mutter schon recht.

Trotzdem, der Alltag mit meinen Kindern lebt sich eben nur im Konkreten. Und konkret sieht es so aus, dass morgens nicht alles glatt läuft; dass mich der Alltag müde macht; dass in meinem Umfeld die meisten Mütter weniger als 30 Wochenstunden arbeiten; dass ich wegen meines Berufs nicht genauso viel an den schulischen Aktivitäten der Kinder teilhabe wie andere Mütter; dass ich nach der Arbeit keine Kraft mehr finde, um mich in alles einzubringen, was mir wichtig ist; dass es mir etwas ausmacht, im Büro als Teilzeit-Mutter zu gelten, obwohl ich immerhin 37 Wochenstunden arbeite; dass mir klar vor Augen steht, wie wenig Zeit ich für das finde, was mir auch noch wichtig ist und dass mir ab und zu jemand antwortet: „Das hast Du Dir doch so ausgesucht.“, sobald ich konstruktive Lösungswege aus dem Dilemma diskutieren will. Nein, das habe ich mir nicht ausgesucht. Wie auch? Ich hatte ja keine Ahnung, wie es als Mama so sein würde. Ich sehe das nicht so, dass ich Mutter geworden bin, um alles andere hinten an zu stellen. Ich möchte weiterhin Geld verdienen, unabhängig sein, mich um mich selbst kümmern dürfen und Hilfe dabei bekommen.

Aber klar, ich bin das Risiko eingegangen, nicht von Vornherein zu wissen, wie ich Kinder haben kann und mich gleichzeitig dabei gut fühle. Und nun habe ich den Salat. Die Realität drückt mir von allen Seiten Soße in die frischen Blätter und alles weicht auf.

Ich bin gerade furchtbar negativ, ich weiß.

Was ändern?

Ich suche meinen Weg. Ich bin an einem Punkt, an dem ich ganz alleine weiter gehen muss. Jedenfalls gefühlt. Ich nenne das meine Blue-Turtle-Challenge.

sea life. Watercolor sea turtle isolated on white background

Ich mag das Meer, ich mag Blau, ich mag Schildkröten (die hatte ich hier und hier ja auch schon mal am Wickel) und ich mag es, wenn die Dinge einen Namen bekommen, an dem ich mich festhalten kann. Blue Turtle heißt für mich, ich möchte langsamer durch mein Leben gehen. Ich möchte wieder mehr sehen und schrittweise herausfinden, was mir gut tut und wie ich meine Vereinbarkeitsgeschichte fortschreiben kann. Ich will vor allem, dass sich alles mit mehr Leichtigkeit füllt. Der Weg dahin wird nur in kleinen Schritten gangbar sein. Deshalb die Schildkröte….Ich gebe gerne Bescheid, sobald ich irgendwo angekommen bin.

Und gebt ihr mir Bescheid, wie ihr alles unter einen Hut bekommt?

Urlaubsnachwehen

Beach at Lokken in Denmark with dark storm clouds

Unser Urlaub ist zu Ende.

Und mit Wehmut im Herzen sitze ich wieder an meinem Arbeitsplatz. Ich lese Emails, schreibe Antworten, entwerfe Präsentationen für den anstehenden Jour Fix und denke doch unentwegt an das rauschende Meer, den weißen Strand und unsere zurückliegende unendlich freie luftige Zeit. Ich vermisse das alles sehr und spiele mit dem Gedanken, meine Arbeitszeit zu reduzieren. Wären da nicht die finanziellen Zwänge, würde ich gerne nur 4 Tage je Woche arbeiten oder wenigstens zwei halbe Tage aus meiner 5 Tage -Woche streichen.

Ich würde die gewonnene Zeit für mich nutzen, für meine Kinder und dafür, dass wir auch mal Freiräume zum Malen, Lesen, Schlafen, Bummeln und Umherstreifen brauchen. Vielleicht würde ich versuchen, ein Buch zu schreiben, was unendlich schwer ist und wofür ich Muße benötige. Ich würde wohl auch mal wieder in eine Ausstellung gehen oder meine Kinder mit einem freien Nachmittag mitten in der Woche beglücken. Das wäre schön. Seufz.

Nun gut, in Wahrheit würde ich in der Zeit einkaufen gehen, das Geld für meine Haushaltshilfe sparen und die Wohnung putzen, schon lange fällige Termine abarbeiten, mir vornehmen, alles anders zu machen, und es dann doch nicht tun.

Oder…

… ich denke jetzt doch einmal ernsthaft darüber nach und plane unseren Alltag neu.

 

Persönliches zur Vereinbarkeit

Sick teddy bear

Ich komme gerne dem Angebot von Juristin nach und schreibe etwas zu ihrer Kategorie „Eltern im Job – Persönliches zur Vereinbarkeit“. Das passt gerade ganz ausgezeichnet zu meiner Situation in diesen ersten Wochen des Jahres:

Ich gehöre generell eher zu den berufstätigen Müttern, die der Meinung sind, Vereinbarkeit geht. Jedenfalls für mich, denn ich selbst finde ideale Rahmenbedingungen dafür vor und muss mich auch nicht jedes Mal rechtfertigen, wenn eines meiner Kinder krank ist. Ich arbeite 34 Wochenstunden im öffentlichen Dienst mit individuellem Arbeitsbeginn um 9.30 Uhr (spätestens), habe einen Homeoffice-Tag, verständnisvolle Kollegen, einen netten Chef und kaum kranke Kinder. Es läuft alles sehr gut und ich habe das Gefühl, alles im Griff zu haben oder jedenfalls mit Überraschungen organisatorisch im erträglichen Maße umgehen zu müssen. Bis jetzt.

Seit meinem Wiedereinstieg nach der Elternzeit mit meinem dritten Kind stoße ich trotz des familienfreundlichen Arbeitsumfeldes an meine Grenzen. Ich arbeite seit Ende Oktober wieder und Minimaus ist zum wiederholten Male krank. Sie bedarf aktuell nach einer Woche in der KiTa nun wieder häuslicher Pflege. Ich war gerade erst 6 Tage mit ihr krankgeschrieben und davor seit nur 4 Tagen aus dem Weihnachtsurlaub zurück. Gleichzeitig habe ich Urlaub beantragt für die beiden Ferientage zum Schulhalbjahresende, die auch unsere KiTa für Fortbildungen (und damit als Schließzeit) nutzt.

Ich kann gar nicht sagen, wie angestrengt ich gerade bin und wie sehr mich das alles stresst. Heute und morgen ist der Mäusepapa mit der Maus zu Hause. Was wir danach tun, wissen wir noch nicht. Vielleicht übernimmt die Oma einen Tag. Für den ebenfalls schon recht angeschlagenen Mäusepapa bedeutet das jedenfalls Nachtschichten am Schreibtisch. Ich selbst bin von den unruhigen Nächten todmüde. Zum Glück habe ich am Ende der Woche ohnehin zwei Urlaubstage, dann ist meine Abwesenheit im Büro jedenfalls nicht überraschend und ich kann alle kranken Kinder auffangen. Aber ansonsten -ganz ehrlich- möchte ich nicht schon wieder „Kind krank“ melden müssen. Mein Kalender sieht aus wie „Schweizer Käse“. Die Anwesenheitszeiten wechseln sich mit den Krankheitstagen schön regelmäßig ab.

Faktisch kann ich an der Situation nicht viel ändern. Ein krankes Kind ist ein krankes Kind ist ein krankes Kind. Ich muss als Mama da sein und Homeoffice ist bei der Minimaus nicht ernsthaft möglich. Dazu ist sie noch zu klein und ich wünsche mir nun wirklich nicht, dass sie weiterhin vor Erschöpfung nur schläft. Das hält mein Mamaherz nicht aus.

Was bedeutet das nun also für mich? Vereinbarkeit funktioniert gut, solange die Kinder nicht allzu oft krank sind. In meinem Büro hat jeder Verständnis für solche Ausnahmesituationen, aber es wird eben auch bemerkt, wenn die Ausfallstatistik erhöhte Werte anzeigt. Und für mich selbst ist es ein innere „Zerreißprobe“, möchte ich doch sowohl meiner Familie als auch meinem Beruf gerecht werden. Jetzt gerade ist die Vereinbarkeit also keine Frage meines Willens und auch nicht des Arbeitsumfeldes sondern schlicht harte Arbeit und ein Konstrukt aus Unterstützung und Verständnis.

 

Kind krank (schon wieder)

Teddy bear

Da ist es also wieder – das Vereinbarkeitsproblem. Gerade läuft es einigermaßen – denke ich – und dann ist eins der Kinder krank. So geht es mir wohl zukünftig öfter mal als dreifache Mama. Da bin ich –schwupps- schon wieder mal eine Woche nicht im Büro, muss einer Kollegin meinen Lieblingstermin überlassen und glänze auch ansonsten mit Abwesenheit. Und wenn ich mir meinen Kalender so ansehe, dann ist meine „Verfügbarkeit“ im Büro seit meinem Wiedereinstieg Ende Oktober erheblich gesunken.

Da musste ich dann doch schlucken, bevor ich gerade mal 5 Tage nach dem Ende meines Weihnachtsurlaubs die Krankmeldung einreichte und mich zur Pflege meiner kranken Minimaus schon wieder ins häusliche Umfeld abmeldete. Zum Glück ist mein Chef ein sehr seltenes, gutmütiges Exemplar und ohnehin der Ansicht, man könne mit drei Kindern eigentlich nicht mehr arbeiten. Im Moment entlastet mich diese Einstellung eher als dass ich um meine wohlverdiente Professionalität trauere. Führt das doch dazu, dass er es entspannt sieht und mir keine Dinge aufbürdet, die eine gewisse Dringlichkeit haben. Andererseits geht das zu Lasten der Verantwortung, die man mir überträgt und dass nagt denn nun doch an meinem Selbstbewusstein. Da weiß ich gerade gar nicht, ob ich lachen oder weinen soll.

Aber was kann ich tun? Momentan bin ich wohl mehr Mama als Juristin und das wird sicherlich den Winter über und in der Zeit, in der die Mäuse noch klein sind, so bleiben.  Zudem ist die Oma bei Engpässen zwar eine gute Aushilfe, aber wenn die Minimaus krank ist, will sie eben Mama oder Papa. Und dafür ist auch Homeoffice keine Alternative, denn die Minimaus ist noch zu klein, um nebenbei in Ruhe arbeiten zu können. Allenfalls während des Mittagsschlafs und dann noch abends, aber das genügt für die nötige Verfügbarkeit dann doch nicht, denn erstens ist die Minimaus krank und will betüddelt und versorgt werden und zweitens schläft sie nicht so viel am Stück, dass ich mich ausreichend auf die Arbeit konzentrieren könnte. Also dann doch eine Krankmeldung, um mich angemessen um die Minimaus kümmern zu können.

Immerhin kenne ich meine Rechte: Ich habe Anspruch auf 10 Krankheitstage pro Kind, weil es drei Kinder sind allerdings nicht mehr als 25 Tage insgesamt, in denen mich mein Arbeitgeber freistellen muss. Da ich Tarifbeschäftigte bin, bekomme ich für diese Fehlzeiten zwar keinen Lohn, statt dessen aber ein Krankentagegeld von meiner Krankenkasse. Der Mäusepapa ist zwar selbstständig, hat aber eine Krankenkasse, die ihm die selben Ansprüche gewährt. Wir können unsere Kinderkrankentage auch aufeinander übertragen, so dass wir also insgesamt 50 Kinderkrankentage für unsere drei Mäuse verteilen können, wie wir es brauchen.

Das klingt schon einmal gar nicht so schlecht. Trotzdem hoffe ich, wir müssen das auch dieses Jahr nicht ausschöpfen. Wenn ich Glück habe, kann ich mir die Krankheitstage mit dem Mäusepapa zukünftig besser teilen und ich werde selbst nicht so oft krank. Wenn ich noch mehr Glück habe, werden die Mäuse in den kommenden Wochen nicht mehr krank und ich schaffe es mit einer gewissen Zuverlässigkeit ins Büro. Vielleicht vergessen die Kollegen meinen „Fehlstart“ dann ganz schnell und es pendelt sich alles besser ein.

Ich singe jetzt einfach mal stur mein Mantra weiter: „Slow im Flow“.