Bücherstapel im Juni oder kuschelig und große Liebe

Ich habe auch für den Juni ein paar neue Bücher auf dem Stapel neben dem Bett , im Bad, auf der Couch, in der Küche und in meiner Handtasche liegen. Für euch habe sie jetzt einmal alle eingesammelt und ein Foto gemacht. Und vorstellen möchte ich sie euch natürlich auch. Die Bücher meines Monats Juni… Ein paar Kinderbücher sind auch dabei, denn beim abendlichen Vorlesen habe ich das ein oder andere davon schließlich in der Hand. Also auch gleich mal rauf auf den Bücherstapel damit. Und los geht es (von oben nach unten):

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Verlosung zum Jahresanfang oder wer möchte eine Schildkröte werden?

Ich danke euch von Herzen für euer Interesse an meinem Blog. Vor allem eure lieben Kommentare sind mir immer wieder ein Geschenk! Daher möchte ich euch zum Jahresanfang eine Kleinigkeit zurück geben.

Am liebsten würde ich euch persönlich danken, aber das ist etwas schwierig.
Und deshalb wähle ich statt dessen diese kleine Verlosung als Dankeschön an meine Besucher, Leser, Follower und wer sich sonst hierher verirrt!

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LeseEcke oder Was französische Eltern besser machen

Natürlich wollte ich auch dieses Buch lesen, denn das erste Buch von Pamela Druckerman hat mir sehr gut gefallen. Das hatte ich damals förmlich verschlungen und sogar dem Mäusepapa stellenweise vorgelesen. Ganz lange lag deshalb auch „Was französische Eltern besser machen“ noch auf meinem Lese-Bücherstapel und endlich habe ich es geschafft hineinzusehen.

Okay, eines schon mal vorweg: Verblüfft hat mich die Autorin nicht mehr. Ich kenne schließlich schon ihr erstes Buch. Und das befasst sich mit dem selben Thema.

„Wie schaffen französische Eltern das?“, fragt der Klappentext. Und sagt weiter: „Ihre Babys schlafen durch, die Kleinkinder essen brav, was auf den Teller kommt, der Nachwuchs glänzt mit guten Manieren und ist geduldig. Und sie selbst haben Zeit für Partner und Freunde und bewahren sich ihr Gespür für Chic.“

Dieses Buch soll die Antworten liefern: in 100 einfachen und prägnanten Tipps für den Alltag. Das tut es auch. Es gibt kurze Texte, viele Bilder und die letzten 20 Seiten sind Rezepte. Das Buch befasst sich mit den Themen Schwangerschaft, Schlafen, Essen, Lernen, Geduld, Grenzen setzen, Frausein, Beziehung, Autorität. Es sind also alle Themen enthalten, die einen als Frau und Mutter so umtreiben und die hier nun aus französischer Sicht geschildert werden.

Kurz gesagt: Es ist ganz nett.

Aber da ich nun schon das erste Buch kenne, muss ich zugeben, es gibt nicht wirklich neue und verblüffende Erziehungstipps. Das erste Buch von ihr ist zudem unterhaltsamer und witziger. Das habe ich damals wirklich gern gelesen.

Deshalb lautet mein Fazit: Wer mehr Zeit hat, liest besser das Buch von Pamela Druckerman „Warum französische Kinder keine Nervensägen sind“ und zum schnellen Noch-einmal-Nachschlagen ist dann auch dieses nicht verkehrt.

Ich bin ein Coachee oder Was am Ende auf dem Flipchart steht

Mein Coach ist prima. Sie hat beruflich eher mit Managementfragen und Personalentwicklung zu tun und coacht „nur“ nebenberuflich Mütter. Ihre Professionalität kommt mir allerdings entgegen, denn wir arbeiten mit Dingen wie
Flipcharts und Fragebögen zu Motivation und Antreibern, wir entwerfen Zeitpläne zu meinem Alltag als berufstätige Mutter und malen Zukunftsvisionen mit Edding auf A3 – Bögen. Das Strukturierte daran mag ich.

Was bisher dabei herausgekommen ist?

Ich weiß es nicht genau.

Okay, es wird mir schon einmal gut tun, alle drei bis vier Wochen für 1,5 Stunden eine Plattform zu haben, bei der es nur um mich und meine Befindlichkeiten geht. Ich bekomme Zeit, um mich zu sortieren. Ich habe zudem festgestellt, dass es manchmal nur darum geht, sich der Abläufe im Alltag bewusst zu werden und an einigen Stellen die Aufgabenteilung auch anzunehmen. Seit meinem ersten Coaching-Termin kümmere ich mich beispielsweise nicht mehr um die Küche und um die Dinge, die mein Mann in unserem Haushalt übernommen hat. Und das tut mir gut. Ich habe dadurch nicht mehr das Gefühl, an alles denken zu müssen und kann jetzt eine unaufgeräumte Küche komplett ignorieren. Irgendwann im Laufe des Abends oder des nächsten Morgens ist die Küche wieder schön. Das weiß ich jetzt.

Ich bin inzwischen auch so weit, das Spielzimmer nicht mehr jeden Tag aufzuräumen. Wenn mich das Durcheinander nervt, schließe ich die Tür. Und wir nehmen uns am Wochenende regelmäßig für 2-3 Stunden gegenseitig die Kinder ab. Und zwar nicht nur dann, wenn etwas so wichtiges zu erledigen ist wie Regal anbauen oder Keller aufräumen sondern auch fürs Shoppen, Lesen oder Nichtsstun.

Das sind Kleinigkeiten, aber es stimmt:
Oft geht es „nur“ um die eigene Einstellung und die gegenseitige Erwartungshaltung.

Und…

…mein Coach hat aus mir herausgekitzelt, dass es da ein Thema gibt, das mich mehr beschäftigt als ich annahm.

Ein 4. Kind.

Ich war in dem Glauben, da sei ein klares NEIN in mir. Und so ist es auch.

Dennoch hat mich dieses NEIN beschäftigt.

Vor allem hat mich beschäftigt, wie ich es dem Mäusepapa sagen soll.

Und deshalb haben wir das Thema beim Coaching quasi eingeschoben – zwischen die Themen Zukunftsvision, unbewusste Antreiber und persönliche Zeitfenster – und gedankliche pro und contra-Listen geschrieben. Sie hat mir kluge Fragen dazu gestellt und wir haben verschiedene Optionen durchgesprochen: Was wäre mit einem größeren Altersabstand zwischen dem dritten und vierten Kind? (Geht nicht, weil ich schon 41 bin.) Würde ich mit vier Kindern grundsätzlich weniger arbeiten wollen? (JA) Habe ich den Traum von einem Haus im Grünen? (NEIN) Übernimmt der Mäusepapa dieses Mal die Elternzeit? (Das würde er sogar machen.) Was würden wir verpassen, wenn es kein viertes Kind gebe? Was würden wir nicht verpassen, wenn es kein viertes Kind gebe?…

Mehr Zeit für mich habe ich durch das ALLES immer noch nicht.
Aber es geht mir besser. Und das ist doch schon mal etwas.

Im nächsten Termin wird es wieder um meine Fernziele gehen.
Wie soll mein Alltag im Jahr –Ähm mhm, sagen wir – 2019 aussehen?
Und welche Hürden und Stationen gibt es auf dem Weg dorthin?

Ich bin schon einmal gespannt, was am Ende auf dem Flipchart steht.

 

Der Mäuserich ist schon/erst 5

 

Birthday candles on colorful background

Wir haben gerade einen 5. Geburtstag gefeiert.
Der Mäuserich ist jetzt 5. Er ist groß und wird immer größer.

Die Kita hat uns vorgestern ihren Einschätzungsbogen für die 4,5 jährigen-Gespräche in der Schule vorgestellt. Der Mäuserich macht seine Sache gut. Er ist ein aufgewecktes, interessiertes und kluges Kerlchen. Wir müssen jetzt darüber nachdenken, ob er vielleicht schon im kommenden Schuljahr 2017/2018 in der Vorschule oder gar vorzeitig in der Schule besser aufgehoben wäre als in der Kita. Die würde er ansonsten noch ein Jahr länger besuchen bis er beinahe 7 ist. Weil er ein „Kann-Kind“ ist.

Er ist schon jetzt am Schreiben und Rechnen interessiert, er mag Experimente und Forschungsausflüge, er kann sich gut auf eine Sache konzentrieren , weiß, was er will und macht Angefangenes zu Ende. Er drückt sich gut aus und sagt Bescheid, wenn er eine Pause braucht. Er rechnet freiwillig die ersten „Hausaufgaben“ und liest die ersten Worte allein. Er beschützt seine kleine Schwester vor anderen, ist sehr sportlich und in vielem schon ganz selbständig. Das sehen wir zu Hause und das sagt  auch die Kita.

Das freut mich natürlich und ich staune, denn…

…er ist plötzlich sooo groß.

Seine Hosen werden zu Hochwasserhosen, seine Arme reichen an den ersten Ast des Baumes im Hof, die Rutsche ist plötzlich niedriger als noch vor einem halben Jahr und die Sandkiste überspringt er in drei Sätzen.

Und dann ist er wiederum noch klein. Er ist mein kleiner Junge, der das Schwimmenlernen in einer Gruppe blöd findet, der lieber mit Mama und Oma und seiner großen Schwester ins Schwimmbad geht, der ganz oft noch selbst beschützt werden muss, der mir morgens zum Abschied einen Kuss  und einen festen Drücker gibt -immer- und der nachts zu mir ins Bett kriecht, wenn er schlecht geträumt hat. Er erzählt mit mir viel und gerne, vor allem aber kuschelt er dabei ausgiebig.

Und überhaupt, ist er nicht gerade erst noch durch die Wohnung gekrabbelt und isst seit kurzem erst seinen Brei? Und haben wir nicht gestern erst überlegt, wann er zu seiner großen Schwester in die Kita kommt? War er nicht eben noch in meinem kugelrunden Bauch?

Das Foto von meinem Babybauch ist von der Fotografin Malin Mauritsen.

 

Ich kann es nicht glauben. Er ist…

…schon FÜNF! Oh Mann.

Da dachte ich, ich hätte noch viel Zeit für all die Überlegungen zum vorzeitigen Schulbeginn und nun ist es schon soweit. Die Termine für die Schulgespräche stehen vor der Tür. Die Vorschule ist nett, keine Frage. Ich kenne genügend Kinder, die dorthin gewechselt sind und sich dort offensichtlich wohl fühlen. Und der Mäuserich kennt auch die Grundschule schon, in die er dann käme. Die ist auch nett.

Aber unsere Entscheidung steht offen gestanden schon lange fest.

Er bleibt, wo er ist. In der Kita. 

Deren Vorzüge darf er noch eine Weile genießen. Er wird dort individuell betreut und wenn er Spaß am Rechnen, Lesen und Forschen hat, wird er darin unterstützt. Er wird demnächst auch eines der ältesten Kinder dort sein und kann dann die Ausflüge und Projekte für Große mitmachen. Dadurch wird er jede Menge Spaß haben, Selbstbewusstsein tanken und sich in seinem eigenen Tempo weiter entwickeln. Denn gleichzeitig darf er noch klein sein. Er darf spielen und toben oder sich verkriechen, wenn ihm der Sinn danach steht. Er muss nicht zwingend zu einem bestimmten Zeitpunkt morgens ankommen, muss sich noch nicht an einen „verschulten“ Tagesablauf gewöhnen und kann sich auch noch viele „Pausentage“ von uns wünschen. Und wie sagte eine der anderen Mütter neulich so treffend zu mir?

Langeweile in der Kita ist nicht das schlimmste. Schlimmer wäre ein verfrühter Schulstart, der nicht rückgängig zu machen ist.

So sehe ich es auch. Alles andere kommt dann, wenn es soweit ist…

…und keinen Tag früher. Denn…

…er ist doch erst FÜNF!