Bücherstapel oder Wie ein kleiner Vogel eine Familie rettet

Der Mäuserich liebt Pinguine. Wir haben sie nahezu überall: Auf Schlafanzügen, am Wannenrand, in Büchern und auch auf Bildern aus dem Zoo. Fehlt nur noch ein Pinguin in Plüsch zum Kuscheln. Aber auch das wird nicht mehr lange dauern. Und weil also der Mäuserich auf Pinguine so versessen ist, bin ich über dieses Buch von Cameron Bloom und Bradley Trevor Greive gestolpert. Penguin Bloom ist gar kein Pinguin, aber weil die australische Elster die Farben Schwarz und Weiß in ihrem Federkleid trägt, wird sie von den Mitgliedern ihrer neuen Familie so genannt. Penguin Bloom.

Das Buch ist wundervoll. Die Geschichte, die es erzählt ist tragisch und traurig und furchtbar. Aber die Bilder und die Familie Bloom, um die es geht, sind einzigartig. Es ist eine wahre Geschichte und ich bin dankbar dafür, dass Familie Bloom den Mut hat, sie uns auf diese Weise zu erzählen: Sam ist querschnittsgelähmt seitdem sie auf einer Familienreise durch Thailand durch ein marodes Geländer von einer Aussichtsplattform zwei Stockwerke in die Tiefe stürzt. Sie überlebte den Sturz, aber bei Familie Bloom war danach nichts mehr wie es einmal war. Sam verlor sich selbst; die Söhne Noah, Rueben und Oli verloren eine Weile ein glückliches zu Hause und Cameron fürchtete, die Liebe seines Lebens an die Hoffnungslosigkeit zu verlieren. Alles Schöne in ihrem Leben schien in Dunkelheit zu versinken. Und dann kam Penguin.

Mit angehaltenem Atem habe ich die Geschichte gelesen. Und ich habe sie weiter erzählt. Irgendwann saßen wir nachmittags im Familienkreis um den Wohnzimmertisch herum, tranken Tee, aßen Schokoladeneier und haben uns gegenseitig aus dem Buch vorgelesen. Wir haben beim Vorlesen für die Kinder das eine und andere Detail ausgelassen, aber wir haben die wundervollen und sehenswerten Bilder herumgereicht und am Ende des Nachmittags beschlossen, die Forschung für Heilverfahren bei Rückenmarksverletzungen www.wingsforlife.com finanziell zu unterstützen (Das ist inzwischen auch erfolgt).

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Ich habe beim Lesen ein paar Mal herzlich gelacht, und ja, ich habe auch geweint. Ein wenig aus Anteilnahme, ein wenig aus dem Gefühl heraus, dass hier etwas geschehen ist, was nicht hätte geschehen sollen, und auch aus dem Gefühl heraus, dass das Leben hart sein kann, verdammt ungerecht und leidvoll.

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Und weil ich von Familie Bloom erfahren habe, dass das Leben uns Liebe und Hoffnung aus ganz unerwarteter Richtung schenken kann. „Engel gibt es in allen Formen und Größen“ heißt es ganz vorne im Buch und links daneben ist dieses Foto zu sehen. Das Elsterküken Penguin.

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Als der Wildvogel zu den Blooms kam, war er verletzt, zerzaust und dem Tode geweiht. Familie Bloom beschloss, das Vogeljunge solange zu umsorgen, bis seine Verletzungen verheilt waren und es stark genug war, um allein zurechtzukommen. Falls es ihnen nicht gelingen würde, wollten sie es hinter dem Haus begraben. So oder so sollte es bei ihnen bleiben.

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Liebe, Zusammengehörigkeit und Entdeckungsgeist sind die Schlüssel für ein gelingendes Leben. So sahen es Sam und Cameron schon vor Sams Unfall und so sehen sie es auch heute noch. Sie fordern uns auf, alles zu tun, was wir uns wünschen und keine Sekunde zu verschwenden.

Am wichtigsten war jedoch, dass Penguin uns eins gelehrt hat: Wenn wir uns selbst besser fühlen wollen, gelingt uns das am einfachsten und besten, indem wir anderen Menschen helfen, sich besser zu fühlen.

Schöner kann ich es nicht ausdrücken. Was soll ich euch also noch groß sagen? Lest das Buch!

(Mit Ausnahme des Beitragsbildes ganz oben stammen alle Fotos im Beitrag aus dem Buch „Penguin Bloom“ und sind von Cameron Bloom).

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