Der perfekte Start in den Tag

Ich liebe es, morgens aufzustehen während die Welt noch schläft.

Dann kann ich mich in Ruhe anziehen, meinen ersten Kaffee des Tages genießen und den Alltag noch ein bisschen draußen -vor allem in den Kinderzimmern-  lassen. Nur eine halbe Stunde, in der ich wach werden, meinen Blick schweifen lassen, mich sammeln und mir überlegen kann, was am bevorstehenden Tag so anliegt. Mein Kaffee duftet wohlig und ich atme durch.

Eine halbe Stunde sanfte, stille Me-Time, bevor der Familientrubel um mich herum einsetzt. Dann kann der Tag beginnen.

In der Wirklichkeit wache ich gegen halb sechs frierend auf und spüre einen fremden Fuß an meinem Hintern. Der Mäuserich ist nachts wieder gewandert. Er drückt sich an mich und hat die Hälfte meiner Decke für sich beansprucht. Auf der anderen Seite wühlt seit ein paar Minuten die Minimaus und will wieder einschlafen. Das kann sie aber nicht ohne Hilfe und deshalb muss ich jetzt Händchen halten. Vor allem muss ich mal aufs Klo, aber die Minimaus hat sich noch einmal umgedreht, knetet meine Hand und schläft noch nicht wieder. Ich kann hier nicht weg.

Als sich die Hand der Minimaus endlich von meiner löst und schwer auf das Laken zurück plumpst, steht der Mäusepapa neben dem Bett. Er verkündet, es sei Zeit aufzustehen. Die Minimaus quengelt halb im Schlaf. Der Mäuserich grummelt etwas von „Unverschämtheit“.

Ich muss jetzt doch gaaaaanz dringend mal und verschwinde am Mäusepapa vorbei in Richtung Bad. Von der Toilette aus höre ich die Minimaus schreien: „Mama? Mama! MAMA!!!“. Ich beeile mich, wasche mir schnell die Hände, zerre ein Haargummi ins Haar und hechte flink wie ein Wiesel zurück ins Schlafzimmer. Die Minimaus ist bei meinem Anblick sofort wieder ruhig. Dafür schreit jetzt der Mäuserich: „Blöder Papa.“, weil der versucht, ihn zu wecken. Das ist ihm offenbar gelungen. Aus dem Nebenzimmer tapst die Maus herein und jammert, sie habe Kopfschmerzen und Hunger. Und überhaupt, sei ihr das alles hier viel zu laut. Ich seufze verständnisvoll, ziehe die Minimaus an und nehme die Mädchen schon einmal mit in die Küche. Der Mäusepapa hat den Tisch gedeckt. Das ist toll. Für mich stehen die Butterbrotdosen bereit, damit ich den Proviant vorbereiten kann. Das ist weniger toll. Der Mäuserich schreit immer noch. Jetzt verstehe ich nicht mehr, was. So etwas wie: „Alles doof.“, vermute ich. Die Maus lässt sich müde auf ihren Stuhl neben der Minimaus fallen. Die grapscht ihr erst einmal beherzt in die Haare. Die Maus schreit auf, die Minimaus schimpft lautstark und der Mäuserich kommt wütend in die Küche gestampft.

Der Mäusepapa verschwindet ins Bad. Und mein Kaffee?
Der muss warten, denn jetzt habe alle Kinder Hunger…

Mein Tag hat begonnen.

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