Weihnachten light oder „Familienhäppchen“

Christmas decoration stocking and gift boxes

Seit Jahren gestalten wir unsere Advents- und Weihnachtszeit in Etappen. Wir haben dieses Jahr unser erstes Fest schon hinter uns. Die großen Geschenke sind schon ausgepackt. Roller und Spielzeug von Playmobil. Der erste Entenbraten ist schon gegessen und die ersten Flaschen Wein sind geköpft worden. Wie sagte meine Mama so schön dazu:

„Der erste Teil wäre geschafft.“.

Wir haben jetzt chon ein Weihnachtsfest hinter uns. Und machen das nun schon seit einigen Jahren so.

Entstanden ist das schlichtweg aus dem Umstand heraus, dass nur eine Mäuseoma mit Mäuseopa bei uns in der Nähe wohnt und wir das Weihnachtsfest jedes Jahr mit den (erst einem, dann zwei, jetzt drei) Kindern bei der anderen Mäuseoma in der Pfalz verbringen. Und weil die übrigen Angehörigen unserer Familie zu viele Kilometer zwischen uns und sich liegen haben, sind unsere Weihnachtsfeiertage schwer aufzuteilen. Wir sind schwer aufzuteilen, d.h. wir können an den Feiertagen mit den Mäusen nicht zwischen dem einen und dem anderen Teil der Familie hin- und herreisen. Jedenfalls nicht, ohne dabei irre zu werden.

Deshalb haben wir irgendwann damit begonnen, den Advent und die Weihnachtsfeiertage in „Familienhäppchen“ aufzuteilen.

Das erspart uns unnötigen Stress und wir erfüllen den Omas, Opas, der Uroma, den Tanten, Onkels und Nichten etc. trotzdem den Wunsch, in der Weihnachtszeit zusammen zu sein.

In der praktischen Umsetzung sieht das bei uns so aus:

Zuerst sind wie bei allen anderen auch die üblichen Dinge wie Chorkonzerte, Weihnachtsmarktbesuche und das Verschicken der Wunschzettel nach Himmelpfort an der Reihe. Zu den Konzerten begleiten uns regelmäßig die Mäuseoma und der Mäuseopa. Auch das Plätzchenbacken mit Freunden aus Schule und Kita gehört für die Oma inzwischen zum Adventsprogramm dazu.

Wir hören Hörbücher, lesen Weihnachtsgeschichten in der Tageszeitung und leihen uns das meiste aus der Bücherhalle oder kaufen es gebraucht bei Medimops. Wir packen Geschenke für die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ und üben Weihnachtslieder beim Familiensingen in der Kirche.

Das ist alles freiwillig und gestaltet sich je nach Lust und Laune.

Der Nikolaus kommt bei uns auch nur einmal (und zwar bei uns zu Hause) – mit einer Kleinigkeit und einem Buch. Meistens findet sich im Stiefel schon ein Teil der Weihnachtswunschliste.

Ungefähr zwei Wochen später beehrt uns dann der „Vorweihnachtsmann“.

Er ist in der Phantasie meiner Kinder ganz und gar in Grün gekleidet und taucht jedes Jahr „zu früh“ bei der Mäuseoma auf, weil er die Geschenke bis zum 24.12. nicht alle in die Pfalz schaffen kann. Bei der Mäuseoma gibt es demnach mitten im Advent schon die ersten und meist großen Weihnachtsgeschenke. Extra angereist sind für diesen Tag vor allem die Mäusetante mit ihrem Freund und die Mäuse-Uroma. Wir verbringen zusammen Zeit, essen ganz klassisch Entenbraten mit Rotkohl und jede Menge Plätzchen und blättern im Familienfotobuch durch „unser Jahr“. Wir sinnieren gemeinsam über das vergangene und schmieden Pläne für das kommende Jahr, sehen den Kindern beim Geschenke auspacken zu und irgendwann im Laufe des Nachmittags ziehen wir bei einem Glas Wein oder einer Tasse Kaffee die neu eingekleidete Lieblingspuppe mehrfach um oder bauen das neue (genau genommen alte -weil von eBay) Pinguinbecken und das Schwimmbad von Playmobil auf.

Ungefähr zwei Wochen später -kurz vor der Abreise in die Weihnachtsferien – gibt es zu Hause das Familiengeschenk. Dieses Jahr wird es ein Globus mit Beleuchtung sein (aber psst, noch nichts verraten) und pünktlich zum Heiligen Abend sind wir bei der Mäuseoma in der Pfalz. Dorthin bringt der Weihnachtsmann uns auch noch ein paar Kleinigkeiten.

Auf diese Weise muss ich zwar schon möglichst frühzeitig eine Vorstellung davon haben, wer was wann schenkt. Aber wir müssen zum Weihnachtsfest selbst nicht gefühlt an drei Orten gleichzeitig sein und die Kinder genießen die Weihnachtszeit in „verdaulichen  Häppchen“, denn sie packen in den Wochen bis zum Weihnachtsfest schon immer mal ihre Geschenke aus.

Meistens halte ich mich dabei insgesamt gesehen an die Regel, dass es pro Kind ein Hauptgeschenk (dieses Mal war es für jedes Kind ein Roller), etwas zum Spielen (neue Puppenkleidung und etwas von der Wunschliste) sowie viel Lesestoff (Bücher und Hörbücher) gibt. Die Kosten dafür teilen wir uns in der Familie auf. Manchmal steuern die Omas auch noch spontan etwas Kleines bei (Süßes und Taschengeld). Oder die Tante hat noch ein drittes Buch pro Kind eingepackt.

Am Heiligen Abend in der Pfalz sitzen wir mit dem nächsten Teil der Familie nach Kirchbesuch und Krippenspiel unter dem Weihnachtsbaum, es gibt für die Erwachsenen Sekt und Umarmungen und für die Mäuse ein paar Bastelsachen und ein/zwei Bücher (oh ja, wir lesen viel). Dieses Jahr wird es zudem einen Experimentierkasten für den Mäuserich, eine Bastelbox für die Maus und die ersten Malsachen für die Minimaus dazu geben. Vielleicht packen wir auch noch das Lernspiel „Mein erstes Electric“ von Noris (jeweils eines für den Mäuserich und die Maus, für die Minimaus gibt es etwas anderes) aus oder ich lege es für einen späteren Anlass zurück. Ich weiß es noch nicht. Wahrscheinlich lasse ich die Oma entscheiden.

Die übrigen Tanten und Onkel bringen am zweiten Weihnachtsfeiertag dann auch noch das ein oder andere „Schleichtier“ (vorher erfragt) oder auch die ein oder andere Lieder-CD (auch vorher erfragt) mit. Sie wollen doch alle etwas schenken…

Ich finde, das ist dann aber auch mehr als genug und wie jedes Jahr bin ich auch dieses Mal dankbar, dass uns alle vorher nach den Wünschen der Kinder fragen. Trotzdem habe ich das Gefühl, es kommt dabei immer viel zu viel zusammen. Das geht wohl allen Familien so. Erst kürzlich habe ich von einer Bekannten gehört, sie könne nicht ohne eine Familienkrise verhindern, dass vor allem die Großeltern zu viel Unerwünschtes an die Kinder verschenken würden. Eine Freundin meinte dazu, aus eben diesem Grund würden sie die Wunschliste ihrer Tochter teilweise schon auf den selbst gebastelten Adventskalender verteilen und die Familie bitten, nichts außer der Reihe mitzubringen. Eine andere Freundin erzählte wiederum, sie würden zwar auch viel schenken, aber sie würden das selbst entscheiden und deshalb sei es wenigstens nicht wahllos.

Sie alle handhaben das Schenken also aus verschiedensten Gründen so, wie sie es eben tun.

Ich selbst denke inzwischen: „So what?“ Es ist schön, dass meine Mäuse viele liebe Menschen um sich haben, die mit uns und ihnen Zeit verbringen wollen und die ihnen auch von Herzen gerne eine Freude machen wollen. Dann soll es eben so sein. Für uns ist dies ein guter Weg, das Schenken und die Weihnachtszeit zu genießen.

Wir schleichen uns in Etappen durch die Weihnachtszeit. Trotzdem, es ist und bleibt eine ganz besondere Zeit im Jahr.

 

8 verschiedene Nikolausmtzen - isoliert - Weihnachtsmtzen

 

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