Slow und Flow

Golden sunset and dandelion, meditative zen background

Ich bin im Jahr 2016 angekommen. Das schrieb ich ja gestern schon. Zum Jahreswechsel setzen bei mir automatisch Tendenzen zu Rückblicken, Vorblicken und Einblicken ein. Genauso wie übrigens an Geburtstagen, Hochzeitstagen und besinnlichen Schlechtwettertagen. Da kommen mir regelmäßig die übergeordneten Fragen in den Sinn. Was will ich, kann ich, soll ich in diesem Monat, in diesem Jahr, in diesem Leben noch so erreichen?

Wer mich ein wenig besser kennt weiß, dass ich irgendwie immer ein Projekt benötige; ein Vorhaben, das mich ausfüllt; ein Plan, der mich mit Sinn erfüllt. Irgendetwas muss es doch neben den routiniert abzuarbeitenden und viel zu oft auch fremdbestimmten Alltagsaufgaben geben, sonst fühle ich mich schnell leer oder unterfordert und werde launisch, mache dann meine Arbeit schlechter und bin auch ansonsten keine leichte Kost mehr.

Dumm nur, dass mir für die ganz großen Pläne gerade die Zeit, die Energie und auch der Kopf fehlen. Ich langweile mich zwar streckenweise beim Türmchen bauen oder Windeln wechseln und auch mit meinem aktuellen Job habe ich mir nicht die wirklichen Herausforderungen geschaffen. Aber irgendwie habe ich mir das auch so ausgesucht und es kostet eben meine Zeit.

Ist das Leben nicht ohnehin das, was passiert, während man dabei ist andere Pläne zu schmieden? Also besser alles auf sich zukommen lassen? Allerdings liegt das Glück auch in der Selbstbestimmung und mich hat es mal eine Zeit lang sehr glücklich gemacht, ein bestimmtes Ziel zu verfolgen.

Deshalb sollte ich doch besser ganz schnell mal etwas vorhaben? Schreibe ich ein Buch, wechsele ich den Job, reise ich nach Thailand oder lerne ich Salsatanzen? Ach, Mensch… Wenn ich könnte, wie ich wollte …. aber was will ich denn? Meine Zeit wird aufgefressen von den ganz normalen Alltagssachen. Mir bleibt kaum Zeit für mich, geschweige denn für andere Dinge und mein Energielevel ist eher im unteren Bereich. Die ganz großartigen Ideen habe ich deshalb nicht wirklich. Da reicht es neben der Arbeit und dem Nachmittagsprogramm gerade noch zum Tee kochen, zum Emails beantworten und immerhin noch dafür, mich mit den Fragen meines Lebens rein theoretisch zu beschäftigen.

Es bleibt mir die Frage: Das ist es jetzt also? Ist das mein Kompromiss an ein Familienleben mit 3 Kindern?

Dieser Gedanke überfordert mich jetzt…deshalb flüchte ich mich abends ganz schnell neben die Minimaus ins Bett und lese oder sehe einen Film. Irgendwie finde ich das dann doch sehr, sehr gemütlich und kuschele mich an die Minimaus, höre sie leicht schnarchen und freue mich, dass wir beide so da liegen während nebenan bei Maus und Mäuserich ebenfalls Ruhe eingekehrt ist. Das sind die Momente in denen ich denke, was will ich eigentlich mehr, warum immer so unzufrieden, so gehetzt und so fixiert aufs Pläne entwerfen, wenn doch drum herum alles so prima ist?  Mein Arbeitsumfeld ist zwar etwas langweilig, aber hey, es ist wirklich nett und vor allem familienkompatibel, meine Kinder sind gerade sehr zufrieden mit ihrem Alltag und auch der Mäusepapa will dieses Jahr bewusst weniger arbeiten…und gibt es nicht auch wichtigere zwischenmenschliche Dinge in unserem familiären Umfeld?  Vor allem jedoch ist das eine Momentaufnahme. Die Dinge ändern sich schneller wieder als ich es jetzt erahnen kann.

Daher sollte ich das Jahr 2016 doch am Besten eine Weile einfach mal fließen lassen und abwarten, was es uns so bringt. So ganz nach dem Motto: „Slow im Flow, oder so ähnlich.“

 

Ein Kommentar zu „Slow und Flow

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