Persönliches und Versöhnliches

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Ich bin gerade in so einer Stimmung….deshalb schreibe ich das jetzt mal auf. Nehmt mich aber bitte nicht allzu ernst, denn meine Gereiztheit ist sicher bald wieder verflogen. Für den Moment aber dies:

Auf manche Dinge ist man auch beim dritten Kind nicht besser vorbereitet und manches kann man inzwischen nicht mehr hören. Ich selbst kann zB die Frage nicht mehr hören, ob das Kind beim Stillen auch genug bekommt. Oder ob es nicht besser wäre, schon immer mal Eis, Kuchen, Sahne oder wahlweise Kekse zuzufüttern (kein Scherz, wurde alles schon angeboten).

Auch erkenne ich beim dritten Kind immer noch keine Fortschritte meines unmittelbaren Umfelds bei der Frage nach dem Tragen. Zum einen wird vermutet, dass das Kind nur deshalb gerade fremdelt, weil es von mir ausschließlich getragen wird (ich finde das einfach praktisch und laut Entwicklungskalender fremdelt in diesem Alter nahezu jedes Kind) und zum anderen isst es immer noch nicht ausreichende Breimengen, weil ich das mental gar nicht wirklich wollen würde. Nunja, bei letzterem bin ich tatsächlich entspannt, aber es wird mehr und immerhin sind wir inzwischen bei zwei und manchmal auch schon drei Breimahlzeiten am Tag. Und mal ehrlich, ich habe schon zwei Kinder bis zum ersten Geburtstag aus der Stillphase heraus bekommen, das wird mir auch jetzt gelingen, da bin ich mir sicher.

Worauf ich nicht vorbereitet war ist, dass mir die Frage der Fragen so oft gestellt wird. Viele (gefühlt sehr viele) Menschen wollen von mir genauer wissen, ob und warum das dritte Kind tatsächlich geplant war. Freunde fragen mich das zum Glück nie. Beim zweiten Kind hat mich das auch noch niemand gefragt, die Gründe für ein zweites Kind scheinen allseits bekannt zu sein. Bei einem dritten Kind sieht das wohl schon wieder anders aus, zumal ich ja schon ein Mädchen und einen Jungen habe (wurde wirklich schon so argumentiert). Ich sage jetzt noch mal ganz klar: JA. Es war geplant und es hat glücklicherweise auch nochmal alles geklappt. Drei Kinder sind manchmal irre anstrengend, aber dann auch irgendwie wieder nicht. Ich glaube, ich war auch bei einem und dann zwei Kindern voll und ganz ausgelastet. Das fühlt sich jetzt nicht anders an, nur dass da eben noch ein dritter Krümel zu versorgen ist und wir uns täglich auch zu diesem freuen.

Was ich auch nicht mehr so richtig gut kann, sind die Gespräche beim PeKiP. Ich entschuldige mich dafür, dass ich zeitweise keine gute Gesprächspartnerin bin, wenn es um Beikost, Schlafphasen, Abstillen oder Krabbelfortschritte geht. Ich erinnere mich durchaus noch genau daran, dass dies auch für mich bei der Maus alles furchtbar wichtig war und dass auch ich damals jede noch so kleine Information dazu aufgesogen habe. Ich kann das jetzt nicht mehr und  schweige daher meistens dazu. Man möge mir das verzeihen. Ich bin natürlich gerne bereit, meine persönlichen Erfahrungen auf Nachfrage zu schildern, wenn es helfen kann.

Was mich überraschenderweise jetzt ebenfalls nervt, ist die Erklärung für meinen Wiedereinstieg in den Beruf nach einem Jahr. Konnte sich manch einer meine Berufstätigkeit bei zwei Kindern noch vorstellen, so sehe ich inzwischen bei vielen ein Fragezeichen. Warum willst Du mit drei Kindern schon nach einem Jahr wieder arbeiten? Mein kürzliches Zwischengespräch mit meinem Chef hat mir das auch nicht gerade leichter gemacht. Er ist von der „alten Schule“ und auch der Meinung, dass eine Mutter mit drei Kindern nicht ins Büro gehört. Zum Glück sieht er mich aber durchaus als qualifizierte und gern arbeitende Juristin, so dass er mir nur immer wieder ans Herz legt, nach meinem Wiedereinstieg unbedingt das Gespräch mit ihm zu suchen, sollte mir manches doch zu viel werden. Das werte ich jetzt mal schlicht als Fürsorge eines ansonsten aufgeschlossenen und reflektierten Chefs. Was mir hingegen andere damit sagen wollen, weiß ich nicht so genau. Ich kann jedoch allen versichern, dass mein Mann mich nicht zwingt, nach einem Jahr wieder arbeiten zu gehen. Im Gegenteil, wir sind uns einig, dass wir die Zeit mit den Kindern gerecht teilen und er dann auch wieder mehr familiäre Pflichten übernimmt. Im Übrigen gehe ich davon aus, dass es nicht schwieriger wird als es mit ein oder zwei Kindern war. Ich werde dann berichten.

Überhaupt nicht mehr hören kann ich allerdings den Ratschlag: „Genieße die Zeit noch, sie ist so schnell vorbei.“ Ja, das ist sie. Ich habe das schon zweimal erlebt und kann daher nur zustimmen, dass das erste Babyjahr rückblickend  betrachtet verfliegt. Steckt man jedoch mittendrin, ist es ein Langstreckenflug. Jeder Tag ist anders und manchmal einfach nur anstrengend. Dazu tragen bei uns zB gerade Fieberattacken beim Mäuserich, allabendliche Schlaflosigkeit bei der Maus, Entwicklungsschübe bei der Minimaus und meine Erschöpfung von der sommerlichen Hitze bei. Das alles ist wohl auch der Grund für diesen Beitrag heute und nun höre ich schon damit auf.

Zum versöhnlichen Abschluss nur noch dies:

Carpe diem…unser ist der Augenblick…Beginne jeden Tag als wäre er Absicht…Das Leben ist bezaubernd, man muss es nur durch die richtige Brille sehen…Wenn du ein Problem hast, versuche es zu lösen. Kannst du es nicht lösen, dann mache kein Problem daraus….

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