Was Mama will…

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Es gibt immer mal wieder Themen, über die ich zu schreiben beginne und es dann doch nicht zum Ende bringe, deren Entwürfe hängen bleiben und die mich trotzdem weiter beschäftigen. Eines dieser Themen ist: Was will ich noch vom Leben? Eine Freundin, ebenfalls mit ihrem Baby in der Elternzeit, hat sich selbst gestern wieder danach gefragt und auch mich zum Nachdenken gebracht.

Genau. Was will ich denn noch so? Das teilt sich für mich in viele, viele Fragen auf: Wohin will ich beruflich? Wie will ich mit meiner Familie leben? Gibt es Pläne, die umzusetzen mir noch wichtig ist? Sind da noch Türen, durch die ich gehen will? Welche Vorhaben sollte ich möglichst bald beginnen? Läuft mir die Zeit für etwas Wichtiges gerade weg?

Schwierige Fragen, denn mit dem voll gepackten Alltag habe ich schnell das Gefühl, es passt nichts mehr hinein, es ist genug zu tun und es bleibt keine Kraft und Zeit mehr für etwas anderes. Es hat aber mal mehr hinein gepasst. Eine Promotion hat hinein gepasst und ich hatte nicht das Gefühl, dass das zu viel war. Im Gegenteil, es hat sich richtig gut angefühlt. Mir war das wichtig und ich habe vieles danach ausgerichtet, es eingeplant und zielstrebig verfolgt. Der Mäusepapa hat mich großartig dabei unterstützt und wir hatten beide das Gefühl, gemeinsam an etwas Neuem und Sinnvollem zu arbeiten. Es herrschte so etwas wie Aufbruchstimmung in uns, so blöd das vielleicht klingen mag. Unsere Kinder sind auch wichtig. Natürlich. Und doch fehlt mir jetzt, da meine Promotion abgeschlossen ist, etwas Entscheidendes. Was will ich jetzt?

Ich sehe mich beruflich um. Ich denke über ein Zusatzstudium nach. Ich frage mich, ob ein viertes Kind nicht doch noch Platz hätte in unserem Leben. Ich plane Reisen und ich sehe unseren drei Mäusen beim Wachsen zu. Was will ich?

Ich höre Freundinnen bei ihren Gesprächen über Umzugspläne zu. Beim PeKiP staune ich über Vorhaben zur strukturierten Beikosteinführung. Ich denke über neue Hobbys nach und ich verfolge, wie Kollegen und Kolleginnen ihre Karriere gestalten. Was will ich?

Ich lese viele Bücher über Mutterschaft, über Vereinbarkeit und über das Familiesein in Deutschland. Ich frage andere Mütter nach ihren beruflichen Plänen, nach Wiedereinstieg und nach den Aufgaben der Väter. Was will ich?

Ich gehe zum Yoga, trinke Latte Macchiato und sehe die Minimaus an. Auf einmal wird es mir klar. Ich will gerade gar nichts anderes als das, was ich habe. Ich möchte gar nicht woanders sein. Ich möchte hier bei meiner Minimaus sein und Zeit haben. Für mich, für uns, für das Leben zu fünft. Zu promovieren und mir damit einen Lebenstraum zu erfüllen, hat sich gut angefühlt. Sehr sogar. Das Ganze auch noch nebenberuflich mit einem und dann zwei Kindern zu schaffen, hat mich stolz gemacht. Dennoch hat es Kraft gekostet, viel Kraft und Jahre gedauert. Ich will gerade keinen neuen großen Plan. Das fühlt sich fremd an. Ich bin es gewohnt, leistungsorientiert zu denken und gerade nicht viel zu wollen, ist ungewohnt.

Ich werde nicht länger als dieses eine Jahr zu Hause bleiben. Keine Frage. Ich werde auch sehen, was sich beruflich noch so anbietet. Ich werde offen sein für Ideen und Chancen. Aber ich werde das ruhig angehen. Ich werde mir erlauben, dabei zuallererst an mich und Minimaus zu denken, an meine Familie und daran, dass ich Zeit brauche für das Leben.

VIelleicht lerne ich süße, hübsche Cupcakes zu backen. Das würde mir Spaß machen. Und dann werde ich wieder nichts weiter wollen. Hört sich das nach einem guten Plan an?

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Ein Kommentar zu „Was Mama will…

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