Spielplatz mit Aussicht

 

 

Es gibt ihn hier. Einen kleinen Abenteuerspielplatz auf den Klippen mit fantastischem Blick über die Bucht.

Wir sitzen in der Sonne oder spazieren den Strand entlang, cremen die Mäuse ein und versuchen einfach nur zu sein. Das ist schwer, denn immerzu will die Maus etwas, redet der Mäuserich dazwischen oder verlangt Minimaus nach Milch, nach einer frischer Windel oder einem ganz und gar frischen Outfit. Die Tage mit Kindern sind unperfekt, bleiben regelmäßig im Versuchsstadium hängen und verlaufen ungewiss. Ich ertappe mich dabei, dass ich gerne mal wieder einen Tag von Anfang bis Ende selbst bestimmen und durchplanen möchte. Und darin sollen viel Schlaf, durchgehend gute Laune, ein Glas Wein, ein Sonnenuntergang und der Mäusepapa vorkommen. Und wenn ich ganz übermütig werde, spielen auch ein Buch und ein Pool mit Meerblick eine Rolle.

Ich weiß, wir haben uns dieses Leben mit Kindern ausgesucht. Doch manchmal bleibt mir die Luft weg und ich verliere den Überblick zwischen all diesen Kleinigkeiten und dem „Resteleben“. Ein Rest vom Tag bleibt für mich allein, gestohlene Restzeit zwischen dem Zubettbringen der Minimaus und der Erschöpfung, die mich dann auch bald überkommt. Ein kleiner Rest für mich und mein Bedürfnis nach Ichsein. Und der Mäusepapa ist darin noch nicht einmal zu sehen. Er schläft schon beim Abendritual für Maus und Mäuserich ein und ist ansonsten genauso froh über ein paar einsame Minuten.

Da freuen wir uns doch über diesen schönen Spielplatz oben über der Welt. Mit einer Bank zum Stillen, Nebeneinandersitzen, Reden und Maus und Mäuserich beim Spielen zusehen. Mit etwas Glück bleibt noch ein wenig mehr Zeit zum „Aufladen“ in der Sonne … bis zum nächsten Mäusestreit. Deshalb schnell alle mal ganz tief die Meeresluft einatmen…

2 Kommentare zu „Spielplatz mit Aussicht

  1. Das sieht wirklich nach einem schönen Spielplatz aus! Und er klingt gut, dass ihr zwei Eltern dann auch einmal in (ziemlicher) Ruhe reden könnt. Ich kann das, was du schreibst, gut nachvollziehen, obwohl ich ja erst ein Kind habe. So einen Tag, wie du ihn beschrieben hast, hätte ich auch gern, am besten gleich zwei davon. Wir sind auch bald im im alljährlichen Skiurlaub, ich sollte mich besser an den Gedanken gewöhnen, dass das nicht so wird, wie es in der Vergangenheit immer war.
    Und du hast recht, das Ichsein ist wirklich nur noch wenig vorhanden, ich frage mich auch immer, wie da das Zu-Zweit-Sein noch unterkommen soll.
    Aber jetzt genießt weiter das schöne Wetter, daran mangelt es hier ganz arg!

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