Mamasein ist eine Lebensweise…

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Ich gebe es zu, ich wollte nicht so früh Mutter und schon gar nicht mehrfache Mutter sein. Oh ja, 33 fand ich vor 7 Jahren noch früh und 3 Kinder wahnsinnig viel. Ich wollte warten und sehen, ob ich irgendwann meine biologische Uhr ticken höre und dieser unbändige, absolute Kinderwunsch noch kommt. Er kam nicht. Aber der Mäusepapa sah seine Zeit ablaufen, denn er ist 8 Jahre älter als ich und wollte kein später Vater sein. Ich musste ihn tatsächlich erst darauf hinweisen, dass er das mit 41 schon damals längst war. Heute bin ich doch ganz froh über die daraufhin getroffene Entscheidung, nicht länger zu warten. Ich bin nämlich – für mich selbst sehr überraschend – gerne Mama. Okay, nicht von Anfang an, nicht immer und nicht ausnahmslos. Aber dazu weiter unten, denn erst einmal zu den positiven Seiten, die ich daran mag:

1. Ich mag dieses kuschelige Halten, Tragen und Wiegen. Ich mag diese kleinen patschigen Kinderhände und die Nähe, die gerade ganz kleine Kinder noch einfordern. Ich halte gerne Händchen beim Einschlafen.

2. Ich mag dieses Familiengefühl, den Trubel, das Zusammengehören und das Mittendrinsein in der Kinderwelt.

3. Ich war in meinem Leben noch nie so müde, aber auch noch nie so zufrieden. Am Ende des Tages habe ich kaum Zeit gehabt nachzudenken und bin trotzdem ganz in der Gegenwart.

4. Ich lese gerne Geschichten vor, erkläre den Mäusen gerne unsere Erwachsenenwelt und höre gerne ihre Sicht der Dinge.

5. Ich wusste vieles nicht von mir als Mama und wo meine Grenzen da sein würden. In vielem verstehe ich meine Eltern erst jetzt.

6. Ich bin stolz darauf, dass der Mäusepapa und ich unseren Familienalltag so gut gemeinsam gestalten und uns trotz der daraus entstandenen Kleinteiligkeit noch so nahe sind.

7. Mir kommt das Leben mit Kindern tatsächlich sinnvoll vor und das macht mich glücklich.

Und nun kommen ein paar Geständnisse, denn es gibt sie, die Momente, in denen ich herzlich gerne ohne Kinder wäre:

1. Ich fühle mich schnell angebunden und eingesperrt und das ist mit Kindern an der Tagesordnung. Ganz besonders während der Stillphase komme ich mir so gefangen vor. Dann möchte ich woanders sein und mich selbst wieder mehr wahrnehmen.

2. In solchen Momenten bin ich schon glücklich, wenn ich im Büro sitze, meinen Milchkaffee trinke und einen Schriftsatz von vorne bis hinten ungestört niederschreiben kann.

3. Ich weiß, dass der Mäusepapa der einzige Mann auf dieser Welt ist, mit dem ich mir Kinder allgemein und drei Kinder im Besonderen vorstellen konnte und ich denke, wir machen unsere Sache gut. Manchmal wäre ich jedoch viel lieber mit ihm alleine.

4. Es hätte ohne Kinder für mich vielleicht so etwas wie eine berufliche Karriere gegeben, wenn man damit Geld und Prestige verbindet. Frau Dr. zu sein und einen sicheren Arbeitsplatz zu haben, macht mich schon ganz froh, doch manchmal würde ich gerne etwas anderes versuchen.

5. Die Wege sind mit Kindern vieeeeeeeel weiter.

6. Die Zeit ist mit Kindern von Unterbrechungen, Wiederholungen und Aufschüben geprägt.

7. Ich habe ungewollt gute Freundinnen verloren, die keine Kinder wollen oder zumindest noch keine haben.

Und ganz zum Schluss muss ich es einmal sagen und dann werde ich das hoffentlich ganz schnell wieder vergessen: Vielleicht wäre ich auch ohne Kinder glücklich geworden; vielleicht hätte ich sie nicht gebraucht, um mein Leben erfüllt zu nennen; vielleicht wären der Mäusepapa und ich dann mehr gereist und noch viel mehr zusammen. Wir wären energiegeladener, ausgeschlafener und karriereorientierter. Vielleicht wären wir auch einfach nur freier und es würde sich alles etwas leichter anfühlen.

Aber eines wären wir dann ganz gewiss nicht. Wir wären nicht über uns hinaus gewachsen und niemals an den Punkt gekommen, an dem uns ein paar schokoladenverschmierte Händchen wichtiger sind als das neue Designersofa. Wir hätten ganz sicher nie bereut, zu wenig gearbeitet zu haben, aber wir hätten es einmal bereut, keinen Mut für Kinder gehabt zu haben.

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