Stilllesung

So, ich habe jetzt gaaaaaanz viele Bücher von Müttern über ihre erste Zeit mit Baby oder Kleinkind gelesen und möchte Euch gerne daran teilhaben lassen. Ich fand nicht alle gleich gut. Zwei davon haben mich allerdings sehr berührt und das waren Völlig fertig und irre glücklich von Okka Rohd -nach meinem Geschmack bisher das beste Buch in dieser Kategorie- und Unter dem Herzen von Ildiko von Kürthy. Letzteres fand ich nach dem Buch von Okka Rohd zunächst nicht ganz so anrührend und witzig, aber ich habe mich nach einer Weile auch da hineingelesen und fand es dann doch noch sehr gut.

Meinen beiden Favoriten folgt „Auf High Heels in den Kreißsaal“ von Lucie Marshall. Den Hintergrund bildet hier zwar die Medienwelt, aber die Probleme, die eine Mutter auf einmal mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, mit der Suche nach einem Kitaplatz, der neuen Mutterrolle, dem Stillen in der Öffentlichkeit und allem drum herum hat, sind bei Lucie Marshall die gleichen. Der Schreibstil ist bodenständig, urkomisch und ich habe viel gelacht beim Lesen.

Ich bin dann mal Mama von Collien Ulmen-Fernandes war hingegen etwas anders undzwar nicht chronologisch sondern thematisch aufgebaut. Interessant darin waren die Interviews mit Fachleuten zu verschiedenen Themen wie Emanzipation, Kindesentwicklung etc. aber es hat mich nicht so gefesselt und auch nicht so glücklich gemacht wie die anderen drei. Ja, ich bin da gerade sehr emotional und möchte mich in den Geschichten wiederfinden. Das ist mir mit diesem Buch nicht gelungen, was hier dann wohl doch daran lag, dass mir das Umfeld von Moderation- und Fernsehwelt samt Kindermädchen, in dem Collien Ulmen-Fernandes sich als Mama bewegt, nicht entspricht. Vielleicht lag es auch an der Schreibweise oder den Schwerpunkten, die sie gesetzt hat. Auch wenn sie vieles ehrlich ausspricht und damit auch gar nicht immer so weit von meinen Erfahrungen entfernt ist, fehlte mir da doch Entscheidendes aus meiner Lebenswirklichkeit. Das ist wohl auch Geschmackssache. Letztlich habe ich dem Buch aber nicht ganz verziehen, dass es thematisch aufgebaut ist und daher gedanklich einige Sprünge macht. Ich mag doch eher den Tagebuchstil.

Das Buch Muttergefühle von Rike Drust war auch thematisch aufgebaut, was mich hier erstaunlicherweise gar nicht gestört hat, denn man kann es gut als Ratgeber benutzen und das jeweilige Thema aufschlagen, das einen gerade beschäftigt. Rike Drust schreibt auch aus ihrem Leben und aus ihren Erfahrungen, das aber witzig, einfühlsam und mit jeder Menge praktischer Tipps sowie mit vielen Literaturempfehlungen am Ende des jeweiligen Themas. Gutes Buch.

In diese Kategorie der Ratgeber fällt auch das Buch „Ich zähle jetzt bis drei…“ von Katja Schnitzler. Ein gut lesbarer und auch einfühlsamer Ratgeber für alle Lebenslagen mit Baby und Kleinkind. Es werden viele Themen angesprochen, die einem als Eltern so überfluten, eine Anekdote wird dazu erzählt und dann berät Katja Schnitzler -auch unter Verweis auf Experten-, wie man damit umgehen kann. Kritisch fand ich das Schlafkapitel unter Verweis auf das umstrittene Buch „Jedes Kind kann schlafen lernen“ von Anette Kast-Zahn. Da hätte ich mir einen anderen Zusammenhang z.B. mit dem Durchschlafbuch von Anna Wahlgren gewünscht. Liest sich aber trotzdem gut und ist irgendwie eine kleine Zusammenfassung der verschiedenen Ratgeber zum Schlafen, Stillen, Pflegen und zu zwischenmenschlichen Problemen als Eltern. Gefällt mir daher ganz gut.

In dem Buch Und jetzt alle nochmal aufs Klo schildert Judith Luig ihre Erfahrungen mit Freundinnen, die Mütter wurden und setzt sich dabei mit allen Fragen und Themen auseinander, die sowohl Eltern als auch Freunde von Eltern beschäftigen. Sie schildert die großen und kleinen Veränderungen im Leben, die mit dem Kinderkriegen einhergehen, und macht dies mit sehr viel Verständnis, Einfühlungsvermögen und oft mit einem Augenzwinkern. Und sie erlebt dabei als Patentante auch ihre eigenen „Mamamorphosen“, denen man sich im Leben mit Kindern nicht entziehen kann. Das Buch gefällt mir und -leider- erkenne ich mich auch darin ganz oft wieder. Ich entschuldige mich daher an dieser Stelle bei all meinen Freunden, die mich nach der Mutterwerdung nicht wiedererkennen und vor allem bei meiner besten -kinderlosen- Freundin, die mir leider in meinem Alltag mit Familie, Beruf und Promotion mehr abhanden gekommen ist als ich es jemals wollte.

Insbesondere aus den Literaturlisten von Rike Drust habe ich mir noch ein paar Bücher besorgt. Wenn ich sie geschafft habe, stelle ich sie Euch gerne vor.

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5 Kommentare zu „Stilllesung

  1. Hey, danke für die guten Tipps. Das Buch „Völlig fertig und irre glücklich“ werde ich mir auf deine Empfehlung hin dann mal besorgen! „Unter dem Herzen“ habe ich in der SS gelesen und habe mich so häufig wiedererkannt! Fand ich wunderbar geschrieben!
    Liebe Grüße, Carina

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  2. Danke für diese Auflistung 🙂 Amazon kriegt gleich Besuch von mir 😀 Ich persönlich hätte früher gedacht, dass ich als frischgebackene Mama lieber andere Bücher gerne lesen würde, um mal bisschen Ablenkung vom Thema Mama sein zu kriegen 😀 Aber mich zieht es jetzt erstaunlicherweise doch genau in die Ecke von Büchern, die du hier vorgestellt hast 🙂

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