Willkommen zurück im Babyalltag

folia-© Dmitry Lobanov
folia-© Dmitry Lobanov

Da ist er also wieder, der Babyalltag. Wie war das noch? Ich kann mich kaum erinnern. Habe ich die Maus und den Mäuserich in den ersten Wochen wirklich so viel herumgetragen, so viel gestillt, mich so ausgeschlossen von allem gefühlt und so oft gejammert, wie neu und ungewohnt das ist? Mein Mann sagt: „Ja, hast Du. Jedes Mal.“, meine Schwester meint: „Ja, hast Du. Am Telefon und zwar sehr oft und sehr lange.“, meine Mama antwortet: „Ja, ich kann mich daran erinnern wie unglücklich Du in den ersten Wochen immer warst.“ und unsere Kita-Leiterin erklärt: „Na klar, ich kenne Dich doch. Wir können jederzeit über einen Kita-Platz für Minimaus sprechen. „.

So ist das also. Mit der Entbindung bleibt die Zeit stehen. Ich bin nicht mehr Frau Dr. jur vor dem PC im Büro oder freilaufende Mama beim Toben, Vorlesen und Anziehen sondern nur noch Arme, Brust und Hände. Für ein kleines Menschlein, für Minimaus. Ohje, ich zerfalle, mein Tag zerfällt in kleine, minikleine Stücke – Wickeln, Stillen, Herumtragen, Schlafbegleiten, wieder Wickeln, eine Waschmaschine anstellen, Herumtragen, 3 Tassen in den Geschirrspüler räumen, mir einen Kaffee kochen, dabei weiter Herumtragen, eine SMS beantworten, dann Stillen und währenddessen ein bißchen im Buch lesen und gähn, nach den abendlichen Schreiminuten wieder schlafen. Wo bleibt der Tag? Was habe ich gemacht heute? Meine Aufgabe ist gerade nur, dafür zu sorgen, dass Minimaus den Tag überlebt und sich gut entwickelt. Kuscheln, Nähren, Umsorgen. Und in mir grummelt es, denn ich will hinaus, etwas anderes machen, alleine sein, wirklich alleine und Erwachsenendinge tun. Ich will nicht eine Stunde brauchen, bevor ich aus der Wohnung kann, weil ich vorher noch Stillen, Wickeln, Anziehen, Baby umbinden und uns beide warm einpacken muss. Ich will mir nicht meine kleinen Zeiteinheiten abknapsen müssen, in denen ich mal alleine meinen Kaffee trinken, mein Brot essen oder mich anziehen kann. Alles immer in Windeseile. Ich will nicht so angebunden und einsam sein. Ich will nicht… ach….

Aber gut, wir haben das ja so gewollt. würde meine Mama jetzt lächelnd sagen. Ja klar, haben wir. Aber das ist wie mit einer Erkältung. Man hat sie in seinem Leben schon oft überstanden und weiß, dass man sich danach auch mal wieder besser fühlt. Doch fühlt man sich nicht gut, solange man noch mittendrin steckt. Und so lange jammere ich eben ein bißchen und freue mich auf das Ende der ersten Etappe – die ersten 3 Monate. Minimaus, ich weiß, es wird rückblickend viel zu schnell vergehen und dann bist Du schon nicht mehr dieses knautschige Neugeborene und dieses kleine Baby sondern schon bald ein großes Baby.

3 Kommentare zu „Willkommen zurück im Babyalltag

  1. Ach ja, die erste Zeit. Mein Reden ist ja, dass wir nicht für dieses Alleinsein während dieser Zeit gemacht sind. Da muss man ja am Rad drehen, wenn man kaum erwachsene Ansprache bekommt und das Kind nicht mal eben für ein paar Minuten aus der Hand geben kann, um z.B. in Ruhe auf Toilette gehen zu können – oder zu essen.

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  2. Oh oh, da kommen meine Erinnerungen hoch! So ging es mir auch. Und jetzt ein Jahr später frage ich mich: „Wo ist mein Baby nur so schnell hin?“ Jetzt läuft er durch die Wohnung und ahmt mich beim Saubermachen nach!!!

    LG
    Petra

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