Warum ein drittes Kind?

Ela 001

„Das muss man sich doch nicht antun.“ Meine Mama hatte Recht. Muss man nicht. Kann man aber, wenn man will. Und wir wollten das. Ein drittes Kind. Mein Mann wollte das als erster. Er ist mit zwei Brüdern aufgewachsen. Ich wollte das in einer Ecke meines Herzens auch. Wir beide wollten es erleben, eine Familie mit mehr Kindern als Erwachsenen im Haus zu sein. Wir wollten noch ein Kindermenschlein mehr um uns haben; dieses KinderstauneneugierliebeLeben mal 3; das Gefühl, eine kleine Horde zu sein. Nicht gleich, nicht von Anfang an. Nachdem Maus auf der Welt war, konnte ich mir nicht einmal ein zweites Kind vorstellen. Das hat mehr als zwei Jahre angedauert. Als Mäuserich dann bei uns war, konnte ich mir eine Weile noch ein weiteres Kind vorstellen, dann wieder eine Zeit lang nicht mehr.

Zwei sind gut. Zwei passen in die vier Zimmer, die wir haben. Zwei Kinder passen zu zwei Elternteilen und zwei Kinder sind auch genug, jetzt kommen doch gerade die kleinen Freiheiten zurück. Zwei Kinder neben unserem Beruf und unseren eigenen Interessen haben wir inzwischen geübt. Zwei Kinder nimmt die Oma mal und der Babysitter auch, aber drei? Überdehnen wir damit nicht unsere Elternnerven? Drei Kinder bedeuten mehr Organisation, mehr Ausgaben, ein neues Auto und eine nicht mehr passende Wohnung. Mehr als zwei Kinder heißt, nur noch zu 15% der Familien in Deutschland zu gehören. Drei Kinder als berufstätige Mutter führen zu Aussagen wie: „Sie wollen dann doch nicht wieder arbeiten?“und nachdem meine Antwort ein DOCHSCHON war: „Bei Ihnen möchte ich nicht Kind sein.“. Drei Kinder heißt, kurz vor 40 noch einmal schwanger zu sein und mit 47 noch einmal Babypapa zu werden. Und strapazieren wir nicht das Glück, Schicksal, Karma mit dem Wunsch nach einem weiteren gesunden Kind? Vieles haben wir durchdacht, Argumente dafür und dagegen gelesen, gehört und abgewogen. Meine Mutter hat das alles in dem einen Satz zusammen gefasst:“Das muss man sich doch nicht antun!“ Mein wunderbarer Mann hatte einen anderen Satz: „Ich lasse mir doch nicht von meiner Wohnung und meinem Auto vorschreiben, wieviele Kinder ich haben will!“

Ich liebe meinen klugen, gelassenen Mann. Er ist ein guter, geduldiger, verständnisvoller Vater. Er ist mein liebster männlicher Mensch auf diesem Planeten. Mit ihm kann ich noch ein drittes Kind haben. Das wusste ich. Mit ihm geht das, mit ihm kann ich müde, gestresst und am Rande eines Nervenzusammenbruchs sein und doch würde die Liebe bei allem dabei sein und das Gefühl des Glücks nicht verschwinden. Gestresst aber glücklich, das geht nur mit ihm und so haben wir es noch einmal gewagt.

Ein Kommentar zu „Warum ein drittes Kind?

  1. Danke für den schönen Text! Wir haben zwei Kinder und der Kleine ist jetzt ein Jahr alt. Und wir überlegen nun, ob wir noch ein drittes wollen. Eigentlich wollten wir nur 2 – und nun ist da auf einmal der Wunsch nach einem dritten. Nunja, wenn der Kleine gerade zahnt und alle 2 Stunden an die Brust will, ist der Wunsch eher kleiner … aber er ist da. Wir haben noch nicht abschließend überlegt, aber all das, was Du beschreibst, geht mir auch im Kopf herum…

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