Schwangerschaft Nr. 3 – kleine Grübelei

 

Ich war gestern wieder bei meiner Hebamme und allmählich wird mir bewusst, dass der Wusel bald da sein wird. Der Geburtstermin rückt näher und ich habe auch schon alles vorbereitet. Mir fehlt nur noch ein Paket der Windelgröße 1, wie mir heute beim Windelkauf für den Mäuserich plötzlich einfiel.

Es ist zwar einiges anders in der dritten Schwangerschaft, aber manches bleibt eben doch aufregend. Ich bin einerseits in vielem tiefenentspannt und habe nicht mehr so viele Sorgen wie noch in der ersten oder auch zweiten Schwangerschaft. So habe ich beispielsweise fast den Anmeldetermin in der Klinik „verschlafen“, wenn mich mein Arzt nicht danach gefragt hätte. Ich konnte auf Nachfragen auch selten sofort die aktuelle Schwangerschaftswoche angeben. In den ersten beiden Schwangerschaften waren solche Termine noch die Eckpfeiler meiner Gedanken und Planungen.

In der ersten Schwangerschaft hatte ich zudem noch riesigen Respekt vor der Entbindung und habe ungelogen sehr viele Bücher über die natürliche, schmerzfreie, spirituelle etc. Geburt gelesen; sogar einen Edelstein besorgt, der die Geburt erleichtern soll und gelernt wie man die Wehen als Wellen visualisiert. Letztlich kam alles anders, aber es hat mir die sorgenvolle Zeit bis zur Entbindung verkürzt und mir Mut gemacht.

In der zweiten Schwangerschaft hatte ich zwar immer noch ein mulmiges Gefühl, aber ich wusste inzwischen, dass ich es schaffen kann und mich unter der Geburt auch nicht selbst verliere oder gar „ausraste“ wie es oft geschildert wird. Im Gegenteil, ich hatte die beruhigende Erfahrung gemacht, dass ich auch unter den Belastungen einer Geburt ganz ich selbst bleibe und das alles kein „Hexenwerk“ ist. Auch das Stillen klappte beide Male  problemlos und die Literatur, die ich dazu in der ersten Schwangerschaft noch verschlungen hatte, brauchte ich dank meiner liebevollen Hebamme gar nicht.

In der zweiten Schwangerschaft kamen dann die neuen Überlegungen dazu, wie man zwei Kindern gerecht wird. Fühlt sich meine Maus vernachlässigt, wenn ich mehr Zeit für das Baby benötige und nicht mehr jederzeit verfügbar bin? Da half mir zunächst auch nicht der Gedanke, dass sie mit dem Geschwisterchen eine weitere Bezugsperson gewinnen und das Teilen eben lernen wird. Ich selbst vermisste meine Erstgeborene ganz stark und musste mich auf das zweite Kind auch erst einmal einlassen. Im Nachinein betrachtet waren alle Sorgen grundlos, denn meine Maus wurde in der neuen Familienkonstellation überraschend selbständig (geholfen hat sicher auch der Altersabstand von mehr als 3 Jahren) und auch mein Mann war für sie da, wenn die Maus jemanden brauchte. Sie hat sich schnell daran gewöhnt, den Papa in vielen Dingen als Mamaersatz zu akzeptieren. Zudem sind Maus und Mäuserich inzwischen füreinander sehr wichtig geworden.

Ich habe jetzt in der dritten Schwangerschaft daher kaum noch Sorgen im Hinblick auf die  Entbindung, die Logistik mit mehr als einem Kind oder gar die Versorgung des Babys. Allenfalls habe ich jetzt Bedenken, dass die Schwangerschaft doch recht schnell an mir vorbei gerauscht ist und ich dem Wusel damit „Unrecht“ tue. Und ich habe jetzt doch noch einmal mit meiner Hebamme die Option einer PDA besprochen, mir noch einmal bewusst Zeit für mich selbst genommen (so gut es mit zwei Kindern eben geht) und dem Wusel eine eigene, neue Spieluhr gekauft. Überhaupt läuft der „Nestbau“ wie auch in den vorherigen Schwangerschaften gerade auf Hochtouren. Auch wenn es nicht viel anzuschaffen gibt, so gibt es doch einige Überlegungen und Änderungen, um den Wohnraum für uns alle plus Wusel optimal zu nutzen. Ich hoffe, auf den postnatalen Babyblues bin ich dieses Mal besser vorbereitet. Immerhin haben mein Mann und ich das jetzt zweimal durchlebt und meine Mama wird auch wieder für uns da sein.

Also, was soll ich noch sagen? Alles bleibt anders.

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