Familienfeste und andere Grausamkeiten

© Joop Hoek - Fotolia.com
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Familienfeste können superschön oder ganz furchtbar sein. Gerade habe ich letzteres erlebt.

Ich möchte meine Mama und ihren Lebenspartner (für Maus und Mäuserich einfach Opa) gar nicht allzu enttäuschen. Sie haben alles ganz liebevoll organisiert und auch die Location und das Essen gut gewählt. Daher einen ganz lieben Dank für die Einladung und den wirklich netten Rahmen dieses 80. Geburtstages.

Dennoch bin ich nach den beiden zurückliegenden Festtagen mit dem innigen Wunsch wieder abgefahren, meine geliebte „Wahlheimat“ nie mehr zu verlassen. Die Begegnungen mit den Gästen dieses Geburtstages waren mein persönlicher Albtraum. Ich habe mich selten so viel Intoleranz und Unverständnis gegenüber gesehen. Am liebsten hätte ich Maus und Mäuserich sofort wieder eingepackt und wäre vorzeitig abgereist. Wenn da nicht doch noch zwei/drei liebe Menschen dabei gewesen wären, hätte ich auch genau das mit vollster Zustimmung meines Mannes getan. Glücklicherweise war aus der entfernten Verwandtschaft zudem noch ein Paar mit Kindern da, die den Aufenthalt für Maus und Mäuserich irgendwie „gerettet“ haben. Ich nehme bei solchen Anlässen zumeist auch das für mich mit, was ich schön finde und grenze mich von allem anderen innerlich möglichst ab.

Aber als der erste Satz nach der Begrüßung einer lange nicht gesehenen Großtante schon die abwertende Frage war, ob meine armen Kinder denn trotz meines Mutterschutzes ihre Pflichten erfüllen und weiterhin in die KiTa und den Hort müssten, war ich etwas überrumpelt. Und als der erste Satz meines Großonkels (ebenso lange nicht gesehen) nach der Begrüßung lautete, meine Kinder würden von ihrer Oma sowieso nichts mehr wissen wollen, sobald sie erst einmal aus dem Haus seien, wurde ich verspannt (abgesehen davon, dass Maus und Mäuserich gerade mal 3 und 6 Jahre alt sind und der Wusel erst noch auf die Welt kommt, ist es ja wohl erlaubt, sich seine Mutter in die Nähe der Enkel zu wünschen). Ganz zu schweigen von dem Getuschel darüber, dass der arme Mäuserich barfuß herumlaufen „muss“ und dass die Maus nicht schon im  Vorschuljahr das Stillsitzen gelernt hat (ja, ja ich habe das alles sehr wohl gehört). Ich konnte auch nur schwer übersehen, dass von Maus und Mäuserich oft ein ganz bestimmtes Verhalten erwartet wurde und dass sie als unerzogen galten, wenn sie diese Erwartungen nicht erfüllten (was meistens der Fall war). Als dann noch eine mir unbekannte ältere Dame (wahrscheinlich eine angeheiratete Cousine dritten Grades des Jubilars?) auf der Toilette ihr Erstaunen darüber ausdrücken musste, dass ich auch mit drei Kindern nach einem Jahr Elternzeit wieder zu arbeiten gedenke, fühlte ich mich vollends in die Zeit zurück versetzt, in der ich als „Rabenmutter“ gegolten hätte.

Die Liste würde noch länger werden, wenn ich Lust hätte, das alles an dieser Stelle aufzuarbeiten. Habe ich aber nicht. Mein Gemecker muss jetzt genügen und ich freue mich, dass sich meine Welt hier zu Hause wieder normal anfühlt. Puh….

Ps: Was ich mit den „anderen Grausamkeiten“ in der Überschrift meine? Da denke ich an Gespräche unter durchaus erwachsenen Menschen, die nur aus „Frotzeleien“ bestehen oder an das 50. Mal, das ich mit Blick auf meinen Bauch gefragt werde: „Wann ist es denn soweit?“.

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