Mäuserichgeburtstag und ein Umzug

IPhone Ela 095 Ich habe es schon länger geahnt. Der Mäuserich ist ein Genießer. Er ist vor allem ein „Geburtstagsgenießer“ wie ich jetzt weiß. Der Mäuserich ist drei geworden und nach einer Woche Eingewöhnung am selben Tag auch in die große Gruppe der Kita „umgezogen“. Er hat das alles gut gemacht und ist stolz, nun ein großes Kitakind zu sein. Vor allem aber bin ich gerade so richtig stolz auf ihn und freue mich sehr über unseren „Zwerg“.

An seinem Geburtstag sind wir morgens um sechs Uhr aufgestanden, um ausreichend Zeit für das Geburtstagsfrühstück zu haben und dennoch wurde es knapp. Nach unserem Ständchen zum „Happy Birthday“ hat er ungläubig gefragt:“ Ist heute wirklich mein Geburtstag?“ und stand dann erst einmal andächtig vor seinem Geschenketisch. Nachdem er sich vergewissert hatte, dass das auch wirklich alles seine Geschenke sind, hat er sie erst einmal in Ruhe vom Geburtstagstisch auf den Esstisch gestapelt und mit den Geschenken zu spielen begonnen, die als kleine Beigabe gar nicht eingepackt waren. Dann hat er sich der Größe nach vorgearbeitet (das kleinste Geschenk zuerst). Das wurde dann auch erst einmal ausgiebig bespielt bevor dann das nächste Päckchen an die Reihe kam. Das neue Buch musste sofort mit dem Papa gelesen werden und auch die Knetbox wurde in aller Ruhe ausgepackt und mit der Maus zusammen ausprobiert.

Ich habe noch kein Kind gesehen, dass nicht alle Geschenke nahezu gleichzeitig aufgerissen hätte, um dann erst einmal mit einem oder zwei zu spielen, während alles andere viel später – oft Tage danach – erst an der Reihe war. So handhabt es jedenfalls die Maus an ihren Feiertagen. Ganz anders hingegen unser Mäuserich. Ich hatte schon Sorge, unser Morgenprogramm nicht mehr zu schaffen, weil er sich so viel Zeit fürs Ansehen und Auspacken genommen hat.

Nachdem unsere Maus –gerade auch nach der kürzlichen Einschulung- schon ziemlich „Geschenke verwöhnt“ ist, war mir das Verhalten des Mäuserichs eine Wohltat. Unsere liebevoll ausgesuchten Geschenke sind noch nie mit so viel Ruhe, Freude und Aufmerksamkeit bedacht worden. Ich hoffe sehr, dass er sich dies bewahrt und stelle mir jetzt die Frage, ob das eine Typfrage ist oder wir darauf irgendwie Einfluss genommen haben.

Bei uns bekommen immer beide Kinder etwas an den Geburtstagen. Das Geburtstagskind ist natürlich die Hauptperson, aber das Geschwisterkind bekommt auch eine Kleinigkeit. Der Mäuserich war in der Hinsicht immer zufrieden mit seiner kleinen „Gabe“ während bei der Maus die Enttäuschung über ihr kleines Geschenk gestern unübersehbar war. Ganz sicher ist das eine Frage dessen, wie wir mit der Frage nach Geschenken generell so umgehen und wieviel Bedeutung wir dem beimessen. Dennoch hat unsere Maus von jeher anders darauf reagiert und ist in der Hinsicht auch viel fordernder. Das wird (hoffentlich) nicht nur Ergebnis unserer „Erziehung“ sondern auch einer gewissen Veranlagung und ihrer Position als ältestes Kind geschuldet sein.

Sie hat jetzt aufgrund ihres Alters sehr konkrete Vorstellungen von dem, was sie mag und was nicht. Bisher hat der Mäuserich derlei Dinge noch nicht besonders beachtet. Ihm genügt es auf dem Flohmarkt oder im Spielzeugladen alles anzusehen, während die Maus natürlich jedes Mal etwas kaufen und haben will. Die Maus ist auch sehr direkt und sagt z.B. der Oma bei der Geschenkübergabe schon mal sehr offen: „Das mag ich nicht.“ Ich kann dann -unter vier Augen mit der Maus- nur darauf eingehen, dass sich auch der Schenkende viel Mühe gegeben hat, sie sich deshalb trotzdem bedanken sollte und dann offen besprechen, was sie sich das nächste Mal zum Geburtstag/Weihnachten wünschen würde. Die Enttäuschung der Oma konnte ich in dem Moment leider nicht mehr „heilen“.

Ich kann mich aber nicht erinnern, in den Geschenkefragen mit der Maus je anders umgegangen zu sein als jetzt mit dem Mäuserich. Trotzdem agieren da beide sehr  unterschiedlich. Ich mache mir allerdings auch nicht vor, dass sich unsere Maßstäbe nicht noch einmal ändern müssen. Mit bald drei Kindern wird es auch noch einmal anders. Insbesondere bei kleineren Anlässen zwischendurch wird es zukünftig entweder etwas für alle Kinder oder eben für kein Kind geben. Ich werde auch noch einmal nachhaken, was die Dankbarkeit auch für „unpassende“ Geschenke betrifft. Ansonsten hoffe ich, dass die Maus in der Hinsicht einfach so normal ist wie andere Kinder auch. Man kann als Eltern eben wie in vielem „nur“ Angebote machen, aus denen die Kinder sich dann das ziehen, was ihnen in dem Moment einleuchtet. Ich bin jedenfalls auch in Zukunft nicht dazu bereit, meine Kinder zu „dressieren“ damit die Oma sich und ihr Geschenk von den Enkeln ausreichend gewürdigt fühlt (dass ich Omas Mühe zu schätzen weiß und ihr das auch sage, ist eine andere Frage). Ich denke, der Mäuserich wird in der Hinsicht entweder eine typbedingte Ausnahme bleiben oder mit zunehmendem Alter dann noch andere Ansprüche an uns stellen. Es bleibt spannend.

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