Dreimal Namenssuche

NamensfrageDie Namenssuche wird auch beim dritten Mal nicht einfacher. Wen überrascht das? Mich etwa?

Ich bin nach wie vor von der Namensflut in Büchern und im Internet überfordert und mein Mann ist auch der Gleiche geblieben. Er vertritt die Ansicht, man müsse das Kind erst sehen, um sich festlegen zu können. Immerhin konnte ich ihm die letzten beiden Male abringen, dass wir uns im Vorfeld auf maximal zwei Namen einigen. Wir haben uns dann jeweils im Kreissaal erst für einen der Namen entschieden, was meine Hebamme jedes Mal zum Lachen brachte, denn Sie ist der Meinung, man habe für diese Überlegungen immerhin 9 Monate Zeit gehabt. Da hat sie nicht ganz Unrecht, aber wenn mein Mann das Kind doch erst sehen will? Ich bin mir ganz sicher, er würde am liebsten sogar die gesetzlich zulässige Monatsfrist für die Namensvergabe ausschöpfen, um das Kind vor der Entscheidung noch ein wenig kennen zu lernen. Damit könnte ich keinesfalls leben.

Aber auch die Festlegung auf zwei Namen ist bei uns ein lang andauernder und manchmal nerviger Prozess. Ich weiß nicht, ob das noch jemand kennt, aber mein Mann gehört zu den Menschen, die sich gerne so spät wie möglich oder anders herum gesagt, nicht früher als nötig festlegen. Das ist grundsätzlich eine entspannte Einstellung und hat uns in schwierigen Entscheidungsphasen schon manches Mal die nötige Atem- und Denkpause verschafft. Vieles löste sich dann tatsächlich von selbst, wenn man den Dingen Zeit gab. Es wird hier jedoch trotzdem etwas nervenaufreibend, denn immerhin ist noch jemand in den Entscheidungsprozess involviert -in dem Fall also ich- und man muss sich eben doch letztlich entscheiden.

Wir haben einen recht schlichten Nachnahmen, so dass wir uns bei den Vornamen von Maus und Mäuserich für klassische, zeitlose Namen entschieden haben. So soll es jetzt auch für den Wusel wieder sein. Das sollte doch eigentlich nicht schwer sein. Wir hatten uns vor der Schwangerschaft mit dem Wusel sogar schon auf einen Namen geeinigt, den wir damals für die Maus in der engeren Wahl hatten. Ich dachte daher ganz entspannt, dieses Mal sei die Namenssuche ganz und gar überflüssig. Bis mein Mann nun doch Zweifel anmeldete und die Namenssuche damit wieder eröffnete.

Deshalb studiere ich also mal wieder die aktuellen Hitlisten (in der sollte unser Wunschname möglichst weit hinten sein), halte Ausschau nach Namen in den Geburtsstatistiken der Kliniken, berate mich mit Freunden und Verwandten und schreibe dann eigene kleine Namenslisten. Diese präsentiere ich meinem Mann dann in einer ruhigen Minute und höre ausnahmslos: „Ach nein.“, „Ach, ich weiß nicht.“, „Vielleicht doch lieber ein anderer Name“. Leider -und das macht die Sache nicht leichter- hat er selbst keine Vorschläge.

Meine Lieblingsseite für die Vornamensuche ist übrigens vornamen.com. Dort findet man die Namen immerhin auch nach Themengebieten und Namensart (u.a. modern, traditionell) sortiert. Ansonsten finde ich es eine Unart, die Listen alphabetisch zu gestalten. Auch so ein Manko der Vornamensbücher. Wer soll sich denn durch alle Buchstaben hindurchlesen? Das habe nicht einmal ich geschafft und wir suchen immerhin schon das dritte Mal einen Namen.

Leider ist mein Wunschname Julia schon wieder auf Platz 1 der Hitliste von 2014 und auch im Jahr 2013 war sie schon dort. Wie kann das denn sein? Ich fühle mich damit gar nicht so im Massengeschmack, was wohl daran liegt, dass es in unserem unmittelbaren Umfeld keine Julia gibt. Leider ist auch mein zweiter Favorit Emma im Jahr 2013 immerhin noch auf Platz 14 gelandet und steht für das Jahr 2014 derzeit sogar auf Platz 5. Aber Namen wie Fiona, Theresa und Michelle kommen für mich nun so gar nicht in Frage (die finden sich unter den 50 beliebtesten weiter hinten).

Ich werde wohl auch dieses Mal wieder dazu übergehen, die Hitlisten zu ignorieren und mich frei nach meinen Vorstellungen zu entscheiden. Die Kriterien sind demnach: keine Namen noch lebender Verwandter, keine Namen von Kindern im Freundes- und Bekanntenkreis, keine Namen mit negativen Assoziationen, keine ausgefallenen Vornamen zum schlichten Nachnamen, keine Namen aus Film und TV und ansonsten nach eigenen Vorlieben.

Ich habe mich jetzt auch entschlossen, es dieses Mal seeeeeehr entspannt anzugehen: Wenn meinem Mann nichts einfällt, bekommt der Wusel meinen Wunschnamen, basta.

 

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