Work-Life-Balance in der Fortbildung

Ich habe der Fortbildung zum Thema „Work-Life-Balance“ noch eine Chance gegeben und war zum zweiten Termin wieder da. Leider hat es mich auch dieses Mal nicht wirklich angesprochen und ich werde das Ganze jetzt an dieser Stelle abbrechen.

Meine Themen sind einfach andere als das „Nein-Sagen“ und mein „Zeitmanagement“. Das sind keine schlechten Themen, aber wie ich mich und meinen Haushalt mit Kindern neben dem Beruf organisiere, weiß ich durch jahrelanges Ausprobieren – nur mit „Mut zur Lücke“. Ich muss auch nicht lernen, wie ich meinen Mann in unser Familienleben einbeziehe, denn wir leben ohnehin mit ausgeglichener Aufgabenteilung.

Ich mache mir im Moment vielmehr Gedanken darum, wie meine Prioritäten zukünftig zwischen Familie und Beruf aufgeteilt werden sollen und welche beruflichen Ziele ich nach der Elternzeit noch verfolgen will. Dieses Thema treibt mich immer noch um.

Ich bin einfach ein Mensch, der die Füße nicht so richtig still halten kann und immer mal wieder ein neues Projekt braucht, dass den beruflichen Ehrgeiz befriedigt. Das zielt noch nicht einmal auf eine bestimmte Karrierestufe ab sondern einfach auf das Gefühl, etwas zu lernen, in Bewegung zu bleiben und mich verändern zu können. Das sehe ich allmählich ein und seitdem ich das so für mich akzeptieren kann, geht es mir auch besser.

Mir haben einige Menschen kürzlich wieder gesagt, ich solle mich mehr auf die Familie konzentrieren und mich beruflich auf das Nötigste beschränken. Meiner Schwiegermutter ist am letzten Wochenende herausgerutscht, dass die armen Ehemänner nach der Geburt der Kinder nicht mehr ausreichend „betüddelt“ würden und die Kinder berufstätiger Mütter zu viele Fertigprodukte essen müssten (Nur um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Meine Schwiegermutter ist wirklich lieb und gedankenvoll, aber manche Fragen sieht sie eben aus der Perspektive Ihrer langjährigen Hausfrauenrolle).

Ja, ich bleibe immer mal wieder stehen, genieße meine Kinder und freue mich über das gemeinsame Leben mit ihnen und meinem geliebten Mann. Aber ich fühle mich unausgeglichen, wenn ich nicht auch Vorhaben planen und realisieren darf, die nichts mit alledem zu tun haben.

Zum Abschluss des gestrigen Fortbildungstermins sollte jede Teilnehmerin ihre persönlichen, zukünftigen Ziele formulieren. Na gut, das sah bei mir dann also wie folgt aus:

– Ich werde versuchen, mehr im Moment zu bleiben und erst einmal sehen, wie es mit dem Wusel so wird, was uns als Familie da erwartet und hoffe natürlich, dass alles gut bleibt.

– Wenn wir uns eingelebt haben, werde ich wieder berufliche Pläne schmieden. Ich werde nicht 3 Jahre zu Hause bleiben und ich werde nicht bis zur Einschulung maximal 20 Wochenstunden arbeiten, um die Familienarbeit zu übernehmen.

– Ich werde nicht lernen, den perfekten Kartoffelsalat zuzubereiten oder den perfekten Kuchen zu backen, ich werde auch nicht Nähen lernen (okay, das vielleicht, wenn meine Mama dann bald in der Nähe wohnt und es mir zeigen kann).

– Ich werde mich höchstwahrscheinlich nicht an allen Kita- und Schulaktivitäten beteiligen und meine Mäuse auch weiterhin ab und zu erst um 17.00 Uhr aus Hort und Kita abholen.

– Ich werde ganz sicher nicht damit beginnen, abends warm zu kochen (das übernimmt bei uns am Wochenende meistens mein Mann und Fertigprodukte! gibt es bei uns nur ab und zu) und ich werde zukünftig allenfalls solche Freizeitkurse für die Mäuse wählen, die sich im Rahmen der Hortbetreuung oder am Wochenende besuchen lassen.

– Ich werde aufhören, ein schlechtes Gewissen zu haben, weil ich vieles eher pragmatisch angehe und nicht jeden guten Vorsatz im trubeligen Kinderalltag umsetzen kann. Ich möchte nach wie vor eine zärtliche und zugewandte Mama sein, aber ich möchte nicht mehr mit mir selbst unzufrieden sein, weil ich mich als reiner Familienmensch schnell eingesperrt fühle.

– Ich werde mir immer wieder sagen, „Momentan ist es so.“ und ich werde darauf vertrauen, dass alles ein Prozess, eine Entwicklung ist und ich in einem oder auch zwei Jahren alles wieder anders sehen kann.

Wie klingt das?

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