Der 6. Mausgeburtstag

Geburtstag

Unsere Maus wird ein Schulkind. Die Vorboten dieses viel zu schnell auf uns zueilenden Ereignisses sind 4 Wackelzähne, jede Menge Vorschul- und Rätselhefte im Bücherschrank und der 6. Geburtstag. Der wurde ein ganzes Wochenende lang gefeiert.

Eine Ritterparty sollte es sein und die Uroma musste auch kommen. Mich stellen solche Wünsche vor eine nahezu unlösbare Aufgabe, denn ich will sie meiner Maus natürlich erfüllen, bin aber eher fantasielos, was diese Dinge angeht und vor allem mangelt es mir enorm an Zeit und Muße für die Vorbereitungen. Die Schwangerschaft ist auch nicht gerade förderlich, was Geduld und Energie anbelangt und ich hasse es, zu kochen. Wobei für mich das Kochen schon damit beginnt, dass ich den Herd einschalten muss. Immerhin habe ich als erste Maßnahmen schon Wochen vorher mit den Überlegungen und Online-Bestellungen gestartet. Mein Mann war da leider keine große Hilfe, weil beruflich sehr eingespannt und an diesen Themen auch nicht sooooo interessiert. Wenn ich keine Zeit finde die Partyausstattung einzukaufen (selbst basteln scheidet für mich immer dann aus, wenn es „im Akkord“ geschehen muss), dann muss sie eben zu mir kommen. Auch wenn mein Mann die Päckchenflut, die dann aufgrund zu vieler Einzellieferungen für wenige Bestellungen bei uns eintraf, irgendwann nur noch lästig fand. Was sein muss, muss sein! Geschenke sollte es auch noch geben, also noch ein Päckchen von der Oma, noch ein Päckchen von der anderen Oma, ein Päckchen von der Tante und ein Paket mit den elterlichen Geschenken. Das machte einen Riesenkartonstapel in der Küche und meinen Mann verzweifelt.

Die Einladungen waren dann jedoch bald verteilt (das ist in der Kita noch so herrlich einfach) und auch die Uroma hat eine Rittereinladung bekommen.

Mein Mann wurde mit der Einkaufsliste für den Supermarkt betraut und meine Schwester zur Hilfe gerufen. Einen Abend vor der Kinderparty haben wir dann alles vorbereitet. Es gab eine Kinderversion vom Nudelsalat mit Pesto Rosso, Rucola, Oliven und Parmesan. Das bedeutete alles weglassen außer Pesto Rosso. Zusätzlich Kartoffelsalat (der gar nicht gegessen wurde) mit Würstchen (die alle gegessen wurden), jede Menge Gemüsesticks mit Kräuterquark (die überraschend gern gegessen wurden), Muffins auf Wunsch meiner Maus und eine Marmorkuchen mit Smarties darauf. Dann noch Apfelsaft und Wasser und fertig.

Kinderparties sind für mich stimmungsmäßig immer sehr durchwachsen. Es gibt immer jemanden, der viel weint; jemanden, der letztlich nicht alleine da bleiben will; jemanden, der vor Aufregung überdreht oder jemanden, der sich lieber in eine Ecke setzt und nur zuschaut. Ich musste mich auch dieses Mal von dem inneren Wunsch verabschieden, dass die Stimmung durchweg fröhlich bleibt und so manche Tränen trocknen. Zwischendurch musste ich damit leben, dass der Geburtstag für blöd befunden wurde (meine Maus) und einige der Gäste ihre nicht ausgesprochenen Einladungen zu ihren zukünftigen Geburtstagen schon wieder rückgängig machten. Meine angebotenen Bastelthemen (Ritterschwert bemalen und bekleben, ein Ritterwappen zum Umhängen gestalten) wurden zwar registriert, waren aber nach gefühlten drei Sekunden uninteressant.

Ich glaube am Ende waren aber doch alle ganz zufrieden und wollten sich schon am nächsten Tag wieder zum Spielen verabreden.

Eine kleine und eine große Katastrophe gab es dann jedoch noch bei der Schatzsuche. Mein vorbereitungs- und mütterfreundliches Konzept sah vor, dass der Drache den Schatz versteckt hatte und alle Kinder Aufgaben lösen mussten, um ihn zurück zu bekommen. Leider ist es -für mich überraschend- bei den 6jährigen keine richtige Schatzsuche, wenn nicht auch ausgiebig gesucht werden muss. Nur mein Mäuserich fand es mit seinen 2,5 Jahren vollkommen ausreichend, bei den Aufgaben der Großen dabei zu sein und den Schatz in die Hand zu bekommen. Die 6jährigen fanden eine Schatzsuche ohne Suchen „blöd.“ Also, ich lerne stetig dazu. Das weit größere Desaster war allerdings, dass der Drache ein Schatzsäckchen unauffindbar versteckt/gefressen hatte.

Ich hatte mich bei den Vorbereitungen um ein Kind verzählt und so bekam das Geburtstagskind – für mich selbst unverzeihlich- keinen Schatz. Alle Beteuerungen, dass es später zu Hause dann noch einen Schatz für sie gäbe, haben in dem Moment natürlich nichts bewirkt. Es musste erst einmal ausgiebig getröstet und beruhigt werden. Zum Glück gab es dann bald auch wieder Wichtigeres, wie Rittergeschichten vorlesen, „Stopp-Tanz“ und „Feuer-Wasser-Eis“-Spielen. Mit zwei blauen Flecken, einem Wutausbruch aber auch fröhlichem Geplapper endete dann unser Fest.

Am nächsten Tag wurde es dann wesentlich ruhiger, denn da kamen die Uroma und die Tante nebst einem Spielbesuch zum Sonntagskaffee.
Die Kekstorte, die jeden Geburtstag meiner Kindheit versüßte, hatte ich schon am Freitag vorbereitet und so konnten wir den Tag entspannt genießen.

Das wäre erst einmal wieder geschafft. Bis zum nächsten Jahr.

Der Mäuserich hat da zum Glück noch keine konkreten Wünsche an seine Geburtstagsfeier. Es wird in diesem Jahr auch erst der 3.
Juchhu.

 

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